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Marburg ICE-Halt: Das müssen Berufspendler beachten
Marburg ICE-Halt: Das müssen Berufspendler beachten
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00:17 10.11.2018
Ab 9. Dezember wird Marburg zum ICE-Haltepunkt. Während sich für Studenten wenig ändert, drohen Hunderten Berufspendlern höhere Ticketkosten. Quelle: Silas Stein
Marburg

Zwischen Kassel und Frankfurt werden nach dem Fahrplanwechsel sieben Zugpaare als ICE und eine verbleibende Verbindung als IC fahren. Marburger, die regelmäßig auf diesen Strecken im Intercity unterwegs sind, werden sich ab Ende des Jahres entscheiden müssen, ob sie im ICE oder in Regionalzügen reisen wollen – eine Entscheidung zwischen Preis und Komfort.

Zwar sollen die ICE-Monatskarten der Deutschen Bahn kaum teurer als die bisher von Tausenden Pendlern benutzten RMV-Monatskarten zuzüglich IC-Aufschlag werden. Für die Strecke Marburg bis Frankfurt sind das etwa 300 Euro. ­Jedoch: Die ICE-Monatskarten gelten innerhalb der Start- und Zielstädte nur in Zügen der Deutschen Bahn, wozu auch die S-Bahnen in Frankfurt zählen, nicht aber in den Bussen, U-Bahnen oder Straßenbahnen. Um diese benutzen zu können, ist im RMV eine sogenannte Fernverkehrs-Ergänzungskarte­ nötig. Die kostet für Marburg derzeit 50 Euro, für Frankfurt 49,70 Euro – insgesamt werden künftig also rund 400 Euro fällig. Zum Vergleich: Die Monatskarte des RMV für Regionalzüge kostet zwischen Marburg und Frankfurt derzeit rund 275 Euro. Obwohl es bisher Zusatzkarten gibt, mit denen RMV-Kunden ICs verwenden können, will der RMV keinen entsprechenden ICE-Aufschlag gewähren.

Zwei Zeitkarten werden notwendig

Bedeutet konkret: Jeder, der dauerhaft alle Züge zwischen Marburg und Frankfurt und dazu noch Busse sowie die gerade im Rhein-Main-Gebiet als Verkehrsadern dienenden U-Bahnen nutzen will, braucht zwei Zeitkarten: eine der Deutschen Bahn, eines des RMV. Bis Anfang März 2019 können Inhaber von IC-Aufschlagkarten den ICE „als Testzeitraum“ nutzen, wie die Deutsche Bahn mitteilt.

Mehr Komfort etwa durch ­WLan oder eine größere Pünktlichkeits-Chance wegen der schnelleren Zug-Beschleunigung, dafür aber höhere Preise­ und mindestens vorerst keine­ Fahrradplätze: Den mehr als 25 000 Studenten der Philipps-Universität können die Neuerungen recht egal sein, da der Allgemeine Studierendenausschuss einen angepassten Semesterticket-Vertrag geschlossen hat, der Studenten die Fahrten auch im ICE erlaubt – bis nach Heidelberg in Baden-Württemberg. Die Beiträge für das Semesterticket an der Philipps-Uni steigen minimal.

von Björn Wisker