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Marburg Hommage an einen musikalischen Poeten
Marburg Hommage an einen musikalischen Poeten
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19:23 07.04.2017
Der frühere hr-Radiomoderator Volker Rebell als Sänger und ­Gitarrist auf der Waggonhallenbühne.Foto: Benjamin Kaiser
Marburg

Die Motivation für die Darbietung liegt für Schauspieler Moritz Stoepel auf der Hand: „Bob Dylan ist einer der einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten. Anlässlich seiner Verleihung des Nobelpreises für Literatur letztes Jahr haben wir uns zu diesem Schritt entscheiden.“

Zusammen mit dem Musiker Christopher Herrmann und dem populären hr-Radiomoderator Volker Rebell stellte Stoepel Dylans musikalisches und lyrisches Genie unter Beweis.

80 Zuschauer sahen die Show am Sonntagabend, die einen Mix aus Dylans Musik, Lyrik und Prosatexten sowie Rezitationen aus Feuilletons über den Nobelpreisgewinn des US-Amerikaners war.

Wie Rebell und Stoepel deutlich machten, konnten sich nicht alle Literaturfreunde mit der Auszeichnung für Bob Dylan anfreunden. Dylan ist der erste Musiker, dem der wichtigste Literaturpreis der Welt verliehen wurde.

Das Trio spielte nicht einfach nur Melodien nach, sondern fabrizierte eigene Arrangements, um Dylans Texten ein klein wenig den eigenen Stempel aufzudrücken. „Wir wollten nicht einfach nur seine Lieder spielen“, begründet Stoepel die Vorgehensweise.

Doch die ging nicht immer auf. Mehrmals ließ sich das englische Versmaß kaum auf die deutsche Übersetzung übertragen, was zu Schieflagen zwischen Gesang und Melodie führte.

Das war beim Klassiker „The Times They are A-Changing“, der Hymne für die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, am deutlichsten. Diese Momente hielten sich in der ansonsten sehr gelungenen Darbietung aber in Grenzen, auch weil dort drei exzellente Musiker um den herausragenden Cellisten Christopher Herrmann auf der Bühne standen.

Sehr gut funktionierten die Übersetzungen und Nachdichtungen auf Deutsch bei den Prosatexten, die Moritz Stoepel zum Besten gab. Vor allem Dylans Metaphern zeugen von großer Sprachgewalt. Der Schauspieler Moritz Stoepel verlieh Dylans Texten auf der Bühne mit Gestik und Mimik noch mehr Leben.

von Benjamin Kaiser