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Holzskulpturen und Scherenschnitte im Kunstverein

Ausstellung Holzskulpturen und Scherenschnitte im Kunstverein

Die neue Ausstellung im Kunstverein zeigt einerseits die klobigen Holzskulpturen von Klaus Hack und andererseits die filigranen Scherenschnitte von Annette Schröter.

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Der Papierschnitt „Vor der Stadt“ (2009) von Annette Schröter hat einen beachtlichen Durchmesser von 2,70 Meter.

Quelle: Annette Schröter

Marburg. Die Figur, die dem Besucher direkt beim Hereinkommen gegenüber steht, erinnert an Edvard Munchs „Der Schrei“. Nicht umsonst nennt der Künstler Klaus Hack seine Figuren „Schreikleider“.

Beide Künstler, Hack und Annette Schröter, haben bereits vor knapp zehn Jahren im Kunstverein ausgestellt. Natürlich haben sich beide seither entwickelt. „In der vergangenen Ausstellung hat Hack noch ganz große Holzschnitte präsentiert“, erklärt Dr. Michael Herrmann aus Marburg. Diese seien sehr expressionistisch geprägt gewesen, aus einer blockhaften Holzmasse gearbeitet. In den neueren Arbeiten versuche Hack diese Blockhaftigkeit aufzulösen und mit schwunghafteren Sägeeinschnitten mehr Körperhaftes und Textilhaftes zu erzeugen.

Die Leipziger Künstlerin Schröter präsentierte damals noch Malerei. Herrmann erinnert an proportional verzerrte Zeichnungen von Turnkindern, die von Schröters „expressiver Malweise“ zeugten. Schröter ist von Haus aus Malerin und kam erst durch einen Zufall zum Scherenschnitt. „Ich konnte aufgrund baulicher Maßnahmen mein Atelier eine Weile nicht benutzen. Deshalb habe ich etwas gesucht, dass zu Hause auf dem Sofa nicht so viel Dreck macht“, erklärt die Leipziger Dozentin.

Eine besondere Überraschung wird auf dem Boden des Ausstellungsraumes im ersten Stock zu sehen sein: Ein Teppich aus Tabletts, die in der DDR von den 50er Jahren bis in die 80er hergestellt wurden und fast in jedem Haushalt zu finden waren. „Normalerweise wurde darauf der Schnaps serviert“, erklärt die Künstlerin. „Und Schnaps wurde in der DDR viel getrunken“, fügt sie an.

von Tanja Hamer

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten OP.

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