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Marburg Hohe Sangeskunst als Klangzauber
Marburg Hohe Sangeskunst als Klangzauber
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21:26 23.09.2011
Boten ein anspruchsvolles Programm: Der Marburger Bachchor und das Barockorchester L´arpa festante. Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Dirigent Sokoli hatte ein Programm mit vielen Schnittpunkten zwischen den Komponisten zusammengestellt. Kurz gesagt: Bach und seine Musik zog sich wie ein roter Faden durch den Abend und hatte zugleich Konzerttitel-, Rahmen- und Brückenfunktion.

Je ein Vokalwerk des Barockmeisters eröffnete und beschloss das Konzert. Mit einer sechsteiligen Messe Bachs widerlegte gleich zum Auftakt der Soiree der Marburger Bachchor das Vorurteil gegenüber Parodien aus weltlichen Vorlagen: Die rund 30 Frauen und 20 Männer unter Nicolo Sokoli zelebrierten Formvollendung und Klangschönheit.

Kultiviert-weiches Ansingen beim „Kyrie“, faszinierende Verschmelzung der nacheinander einsetzenden Stimmen zum klaren Chorklang in schönen fließenden Linien mit schwebenden Akkorden. Das „Gloria“ nahm der Bachchor mit federnder Leichtigkeit, unterstützt vom musikantisch aufspielenden Orchester L‘arpa festante.

Sopran- und Altsolistin steuerten ein bezauberndes Duett bei. Der Tenor sang mit weichem Ton kraftvoll und klar mit sinnlicher Ausgestaltung des Textes. Der Schlusschor gefiel trotz kleiner Ecken und Kanten mit kontrastreichen Wechseln von Melodik, Akkordik und Fuge, Tempi und Dynamik.

Carl Friedrich Zelter übernahm im Jahr 1800 – nach dem Tod seines Förderers und Freundes Fasch – die Sing-Akademie zu Berlin. In seiner Musik orientierte er sich an Bach und Händel. „Der Mensch geht eine dunkle Straße“ für vierstimmig gemischten Chor und Orgel erstrahlte in schlichter Homophonie voller Innigkeit und Herzlichkeit im Wechsel mit dem Solistenquartett.

von Helmut Rottmann

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