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Hörtheatrale begeistert Publikum

Neue Produktion Hörtheatrale begeistert Publikum

Man nehme: Lediglich Stimmen für die Stimmung. Geräusche als Requisite. Und kein Bühnenbild, damit im Kopf Platz für eigene Bilder ist. Mit diesem Rezept serviert die „Hörtheatrale“ seit 2009 Hörtheater.

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Marburger Theaterfans kennen die Schauspieler Franziska Knetsch (von links), Markus Klauk und Daniel Sempf von der Bühne. Seit 2009 bieten sie mit der „Hörtheatrale“ Hörspiele live.Collage: nadja Schwarzwäller

Marburg. „Vertrauen Sie niemals allgemeinen Eindrücken, mein Junge, sondern konzentrieren Sie sich auf Details!“ Fast scheint es, als hätte der berühmte Sherlock Holmes höchstselbst die Regieanweisungen für die Aufführungen der „Hörtheatrale“ gegeben. Keine allgemeinen Eindrücke, sondern Details. Genau das macht das Besondere des Hörtheaters aus, das Daniel Sempf gemeinsam mit Schauspielkollegen auf die Bühne bringt. Am Sonntagabend feierte ein neuer Fall für Sherlock Holmes und Dr. Watson Premiere.

Drei Schauspieler sitzen auf Barhockern. An den Pulten vor ihnen sorgen Leselampen für gedämpftes Licht. Ein Monitor am Bühnenrand zeigt ab und zu eine Szenerie. Ansonsten ist die Optik Nebensache.

Daniel Sempf, Markus Klauk und Franziska Knetsch entführen ihr Publikum nur durch Sound und Stimme in die Geschichte. In diesem Fall nach Stoke Moran, auf das Anwesen der Familie der Roylotts. Eine junge Frau bittet Holmes und Watson um Hilfe: Zwei Jahre, nachdem ihre Zwillingsschwester auf ungeklärte Weise zu Tode gekommen ist, fürchtet nun sie um ihr Leben - zu recht, wie sich herausstellt.

Sempf, Klauk und Knetsch erweisen sich einmal mehr als tolle Schauspieler - auch wenn beziehungsweise gerade weil sie ihre Rollen „nur“ sprechen. Und jeder Satz ist perfekt in den Klangteppich aus dem Computer gewebt, für den Ben Streibig verantwortlich zeichnet. Von den rostigen Türangeln über das Eingießen des Earl Grey bis hin zum Hall in der Stimme, sobald jemand das Gemäuer in Stoke Moran betritt - die Akustik ist wunderbar choreografiert. Kleine optische Schmankerl gibt es zwischendurch auch - ordentlich Zigarrenrauch aus der Nebelmaschine inklusive.

„Toll“, lautete das Urteil einer Besucherin nach der Premiere. „Wir haben bislang alle Stücke gesehen und alle sind einfach toll.“

Die gut 150 Besucher im KFZ feierten die inzwischen fünfte Premiere der Hörtheatrale begeistert. „Das gefleckte Band“ wird die nächsten Male im August zu sehen sein: im Rahmen des großen Hörtheatersommers, der vom 3. bis zum 11. August open air am Spiegelslustturm stattfindet. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit „Dracula“ und dem „Hund von Baskerville“ sowie die Premiere von „Rapunzel“, passend zum Grimm-Jahr.

Weitere Infos unter www.diehoertheatrale.de.

von Nadja Schwarzwäller

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