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Marburg Jeder dritte Jungbaum geht ein
Marburg Jeder dritte Jungbaum geht ein
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00:17 03.08.2018
Die Hitze und der ausgedörrte Boden machen Bäumen überall in Marburg zu schaffen. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Mit den anhaltend hohen Temperaturen, langen Trockenheitsphasen und dem ausgedörrten Boden kommen gestandene Bäume noch halbwegs zurecht. Anders sieht es bei jungen Bäumen aus, deren Wurzeln nicht an unterirdische Wasserquellen gelangen.
Die haben ohne menschliches Zutun kaum Chancen, die Dürrephase zu überstehen.

Die Stadt Marburg sieht für die städtischen Grünanlagen derzeit „einen erhöhten Wasserbedarf“. Für die Bewässerung der Grünflächen und Bäume ist der Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg (DBM) zuständig, der zurzeit deutlich höhere Wassermengen zu verteilen hat.

Bis zu 100 Liter in der Woche

Und das schon seit Monaten. „Bereits seit April sind mindestens zwei Mitarbeiter des DBM durchgängig mit Wässern beschäftigt. Das bleibt auch voraussichtlich bis September so“, teilte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den derzeit 375 jungen Bäumen, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre gepflanzt wurden und zusätzlichen Wasserbedarf haben.

Regulär werden Jungbäume während der Vegetationsperiode alle zwei Wochen mit rund 70 Litern begossen. Das reiche bei der anhaltenden Sommerhitze aber nicht mehr aus, daher wird im Moment einmal in der Woche gewässert. Pro Baum gehen dabei bis zu 100 Liter drauf.

„In diesem Jahr war der DBM schon rund 90 Arbeitsstunden mehr für die Bewässerung der Bäume unterwegs als 2017“, so die Stadt weiter. Dennoch ließen sich bei Weitem nicht alle neuen Bäume retten, ein Teil dürfte den Sommer wohl nicht überstehen.

Überwiegend junge Bäume betroffen

Der Stadt seien mehrere Fälle bekannt, in denen junge Pflanzen eingegangen sind. „Dabei handelt es sich überwiegend um Neupflanzungen von jungen Bäumen. Sie reagieren aufgrund der weniger stark entwickelten Wurzeln anfälliger auf Trockenheit“, erklärt die Pressestelle.

Angaben zur genauen Zahl der bereits vertrockneten Bäumchen gebe es indes nicht. „Momentan sieht es aber so aus, als würde fast jede dritte bis vierte Baumneupflanzung die Hitzeperiode nicht überleben“, schätzt der DBM. Betroffen seien vor allem die Großseelheimer Straße, die Poitiersstraße und die Goßfeldener Allee. Wann die Hitzeopfer ersetzt werden, steht noch nicht fest, sicherlich nicht während der heißen Sommerzeit.

So mancher Anwohner leistet indes einen eigenen Beitrag zur Wassernot und gießt nicht nur den eigenen Garten, sondern das städtische Grün vor der eigenen Haustür gleich mit, wie eine Marburgerin der OP mitteilt.

Über das Engagement freue sich die Stadt durchaus, meint die Pressestelle: „Jede zusätzliche Wässerung ist für die Pflanzenwelt in der aktuellen Situation hilfreich“. Dies allerdings nur mit geeignetem Wasser – der Fachdienst Klimaschutz, Stadtgrün und Friedhöfe weist daher darauf hin, dass „kein verschmutztes Wasser zum Wässern und Gießen benutzt werden sollte“.

von Ina Tannert