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Hier bin ich Mann, hier darf ich‘s sein

Theater Hier bin ich Mann, hier darf ich‘s sein

Das Stück „Männerhort“ ist derzeit ein Renner auf deutschen Bühnen. Ab Mittwoch, 18. Juli, ist es auch in Marburg zu sehen: Matze Schmidt inszeniert es für die Waggonhalle.

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Wenn sie unter sich sind, amüsieren sich die Kerle prächtig: (von links) Helmut (Utz Lambert), Lars (Willi Schmidt), Mario (Philipp Seitz) und Eroll (Uwe Lange) in ihrem „Männerhort“.Foto: Heike Döhn

Marburg. Marburg. Helmut, Eroll und Lars haben etwas gemeinsam: Frauen, die shoppingsüchtig sind. Und die sie Samstag für Samstag ins Einkaufszentrum zerren, damit sie sie bei der Befriedigung ihrer Sucht begleiten - mindestens fünf Stunden lang. Um dem zu entgehen, haben sie sich einen gemeinsamen Rückzugsort geschaffen.

In einem stillgelegten Kellerraum des Einkaufszentrums haben sie ihren Männerhort eingerichtet, in dem sie Pizza essen, mit der Carrerabahn spielen und sich über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens austauschen können - zum Beispiel die Bundesliga.

Als der Brandschutzbeauftrage Mario sie entdeckt, will er das Refugium zunächst auflösen. Aber schnell stellt er fest, dass er zwar einer anderen Generation entstammt, aber dasselbe Problem hat. Er aber hat eine Formel erfunden, wie man schneller durchs Einkaufszentrum kommen kann - und die probieren die vier Männer aus.

Frauen kaufen ohne Sinn und Verstand, nur um alles wieder umzutauschen, trinken Prosecco, zwingen ihre Männer, Obst zu essen und sind überhaupt eher anstrengend. Männer dagegen sind eher schlichte Gemüter, die mit Pin-up-Fotos und Dosenbier völlig zufrieden sind. „Klar sind das Klischees, aber es steckt auch viel Wahrheit darin“, sagt Regisseur Schmidt, der „Männerhort“ als 17. Waggonhallen-Produktion in Szene setzt. Zudem sei das Stück ganz klar eine Komödie, aber es gebe durchaus auch Tiefe darin. Etwa, indem man nach und nach immer mehr über die Figuren erfährt, und die auch über sich selbst.

„Der Männerkeller steht für die Lügen gegenüber ihren Frauen“, sagt Schmidt, der auch Stücke wie „Ladies Night“ oder „Offene Zweierbeziehung“ in Szene gesetzt hat. Nachdem die Frauen alle Lügen aufgedeckt haben, hat der Männerkeller seine Funktion verloren.

Acht Stunden im Schlepptau durchs Shoppingcenter

Brauchen Männer Männerhorte? „In der Situation schon“, sagt Schmidt - immerhin gehe es darum, ob man bloß fünf oder sogar acht Stunden durch das Einkaufsscenter gezerrt werde. Natürlich seien nicht alle Beziehungen so wie in „Männerhort“ geschildert, aber die Figuren des Stücks könnten einen Schutzraum schon gut gebrauchen.

Die Figuren in „Männerhort“ spielen bewährte Darsteller der Waggonhalle: Urgestein Willi Schmidt ist Lars, der enormen Wert darauf legt, Führungskraft zu sein. Uwe Lange kennt man unter anderem aus „Offene Zweierbeziehung“, er ist Eroll, der Softwareentwickler. Utz Lambert und Philipp Seitz kennt man aus „Wirtshaus an der Lahn“, sie sind Pilot Helmut und der etwas proletenhafte Mario.

„Männerhort“ feiert am Mittwoch, 18. Juli, ab 20 Uhr in der Waggonhalle (Rudolf-Bultmann-Straße 2a) Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 20., 21., 24. und 25. Juli ab 20 Uhr und am 22. Juli ab 19 Uhr.

von Heike Döhn

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