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Marburg Ronja Räubertochter will Herzen erobern
Marburg Ronja Räubertochter will Herzen erobern
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00:17 08.11.2018
Valentina Schüler ist als Ronja Räubertocher zu sehen, Daniel Sempf spielt ihren sturen Vater, den Räuberhauptmann Mattis. Das Foto entstand bei den Proben. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Am Hessischen Landestheater geht es zur Zeit Schlag auf Schlag. „Ronja Räubertochter“ ist bereits die sechste Premiere der noch jungen Spielzeit. Das Team der beiden neuen Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser arbeitet mit Hochdruck an einem ­Repertoire-Spielplan.

„Ronja Räubertochter“ aber wird en suite abgespielt, also in einem Stück. Wer es jetzt verpasst, hat nach dem 22. ­Dezember (vermutlich) keine Chance­ mehr, denn alle wollen „Ronja Räubertochter“ sehen. 12 470 Karten sind bereits verkauft, so viele wie noch nie bei einem Weihnachtsstück des ­Hessischen Landestheaters. Die Nachfrage war so groß, dass das Theater vier Zusatzvorstellungen ins Programm aufgenommen hat.

Die meisten Vorstellungen sind an Schulen

39 Vorstellungen sind inklusive der Premiere alleine in Marburg geplant, zwei Gastspiele wurden nach Frankenberg verkauft. Die 33 Schulvorstellungen sind nahezu ausverkauft – es gibt für einige Vorstellungen noch Restkarten. Fünf Vorstellungen werden für Familien an Nachmittagen angeboten – doch auch für die sind schon mehr als 1100 Karten verkauft worden.

Für das neue Team am Landestheater, das so langsam in Marburg ankommt, sind diese Zahlen eine tolle Nachricht. Für das Ensemble ist das Familienstück zur Weihnachtszeit allerdings eine ziemliche Herausforderung. Denn gespielt wird oft zweimal am Tag, zudem zu Zeiten, die Schauspieler gar nicht so sehr mögen: um 9 und um 11 Uhr.

Schauspieler sollen ohne Mikros sprechen und singen

„Ronja Räubertochter“ ist am Landestheater Chefsache. Inszeniert wird das Stück für Kinder ab sechs Jahren von Intendantin Carola Unser. Für das Bühnenbild und die Kostüme zeichnet Gunna Meyer verantwortlich, die Musik kommt von Katharina Hoffmann. Vergangene Woche wurde noch mit Hochdruck auf der kleinen ­Probebühne des Landestheaters gearbeitet, an Songs, am Tempo, am Ausdruck gefeilt.

Erst in dieser Woche kann das Ensemble auf die große Bühne, wird im echten Bühnenbild proben. Ein Riesenunterschied: Die Wege auf der großen Bühne sind weit länger. Wie Carola Unser bei ­einer Probe betonte, will sie versuchen, auf die Mikroports zu verzichten. Die Darstellerinnen und Darsteller sollen – falls es klappt – die Geschichte also ohne Verstärker erzählen und auch ohne Mikros singen.

„Ronja Räubertochter“ ist ­neben „Pippi Langstrumpf“ ­eine der bekanntesten Kindergeschichten der unvergessenen schwedischen Autorin Astrid Lindgren aus dem Jahr 1981. Und wie Pippi Langstrumpf ist auch Ronja Räubertochter eine großartige Kinderfigur, die die Erwachsenen erzieht.

Kinder wollen Frieden wiederherstellen

Ronja wächst unter Räubern auf. Chef der Bande auf der Mattisburg ist ihr sturer Papa Mattis. Alles könnte wunderbar sein, gäbe es nicht den Räuberhauptmann Borka, der mit seinem Sohn Birk und seiner Bande heimlich in einen Teil der Mattisburg einzieht. Der Burgfrieden hängt bald schief.

Doch Ronja und Birk freunden sich an. Ihnen gehen die Großen mit ihrem Geschrei ziemlich auf die Nerven. Sie beschließen auszuziehen und flüchten in den gefährlichen Wald in eine Bärenhöhle, wo sie alles besser machen wollen, als ihre Väter und Mütter, die sich dauernd an den Kragen gehen.

Auf der Bühne stehen Jürgen Helmut Keuchel, Camil Morariu, Simon Olubowale, Daniel Sempf, Valentina Schüler, Ben Knop und Franziska Knetsch.

  •  Für die Premiere am Sonntag, 11. November, um 15 Uhr im Erwin-Piscator-Haus gibt es noch Karten, ebenso für die Vorstellungen am 16. und 22. Dezember um 15 Uhr.

von Uwe Badouin