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Hass ist in Ignoranz begründet

Theater Hass ist in Ignoranz begründet

Uta Eisolds Inszenierung „Nathans Kinder“ ist eine kluge und humorvolle Bearbeitung von Lessings Klassiker. Am Mittwoch, 26. Mai, soll es Christen, Juden und Muslime in der Marburger Synagoge ins Gespräch bringen.

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Torsten Stoll, Jürgen Helmut Keuchel, Bernd Kruse, Anne Margarete Greis und Stefan Piskorz in „Nathans Kinder“.

Quelle: HLTH

Marburg. Es werde wohl Leute geben, die die Synagoge nicht als Theatersaal sehen wollen, meint Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Marburg. Doch er „liebe die Auseinandersetzung“, gesteht er fröhlich. Der Plan, das Stück über die Beziehungen der drei Buch-Religionen in der Synagoge aufzuführen, entstand schon bei der Premiere im Februar in der Elisabeth-Schule.

Eingeladen sind ausdrücklich Vertreter aller Religionen. Im Zentrum des Stückes steht Lessings Aussage: Egal ob Jude, Christ oder Muslim, wir sind alle in erster Linie Menschen.

Die Geschichte spielt in Jerusalem im Jahr 1192: Kurt wird vom muslimischen Sultan nicht wie alle anderen Kreuzritter geköpft und kann deshalb Recha aus dem brennenden Haus retten. Hätte er das getan, wenn er gewusst hätte, das es ein jüdisches Haus ist? Der Bischof wettert auf die Juden und will, dass Kurt den Sultan tötet, weil der die Christen hasst. Was ist das für ein Gott, der für sich kämpfen lässt, fragt sich Kurt und hat sich längst in Recha verguckt. Der Jude Nathan ist als Rechas Vater gegen die Verbindung. Der Sultan heuchelt Freundschaft mit Nathan, der ihm noch mehr Geld leihen soll. Doch ein Mord an dem reichen alten Mann wäre ihm auch recht. Ebenso wie dem Bischof.

von Christine Krauskopf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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Amnon Orbach (84) lebt seit 1982 in Marburg. Archivfoto: Weigel

Er hat die jüdische Kultur in Marburg wiederbelebt und engagiert sich für den Dialog mit anderen Religionen: Amnon Orbach soll für seinen Einsatz die Ehrenbürgerrechte erhalten. Das Stadtparlament muss noch zustimmen.

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