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Harte Action in einer düsteren Welt

Rezension von Total Recall Harte Action in einer düsteren Welt

Colin Farrell spielt in diesem düsteren Sci-Fi-Szenario einen Mann ohne Vergangenheit, der gegen seine Unterdrücker aufbegehrt. Len Wisemans Neuauflage von „Total Recall“ überzeugt mit Action und Humor.

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Douglas Quaid lässt sich neue Erinnerungen einpflanzen – danach ist er ein Gejagter.Foto: Sony Pictures

Marburg. Können wir unseren Erinnerungen trauen? Ist die Vergangenheit nicht immer nur ein Konstrukt, das sich jeder nach Belieben zurechtbiegt? Auch um diese philosophischen Fragen kreist die sehenswerte Neuauflage des Science-Fiction-Klassikers „Total Recall“ von 1990 - in erster Linie aber legt Regisseur Len Wiseman („Underworld“) einen knalligen, kurzweiligen Actionfilm mit prominenter Besetzung vor. Dabei rückt er wieder näher an den Plot der Vorlage, die Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros“ des US-Autors Philip K. Dick, heran.

Colin Farrell spielt den Arbeiter Douglas Quaid, der am Ende des 21. Jahrhunderts in einer regenverhangenen Kolonie ein tristes Malocherdasein führt. Oft wird er von Alpträumen gequält, in denen er sich auflehnt und zusammen mit der Rebellin Melina (Jessica Biel) gegen seine Unterdrücker kämpft. Aber seine attraktive Ehefrau Lori (Kate Beckinsale), die so gar nicht zu dem tristen Umfeld des Arbeiters zu passen scheint, beschwichtigt ihn immer wieder. Als Quaid sich bei der Firma „Rekall“ neue, perfekte Erinnerungen implantieren lassen will, geht einiges schief. Von einem Moment auf den anderen wird der gutmütige Fließbandarbeiter zum Gejagten, und sein härtester Gegner wird seine vermeintliche Ehefrau Lori.

„Total Recall“ entwirft das düstere Szenario einer weitgehend von chemischen Waffen zerstörten Welt, in der eine hochtechnisierte Herrscherkaste ihre Widersacher bis in die mentalen Bereiche hinein kontrolliert und ausbeutet. Ein gigantischer Fahrstuhl mitten durch die Erde, der sogenannte „Fall“, verbindet das leblos kalte, neonhelle Reich der Herrscher mit der traurigen, aber lebendigen Kolonie am Ende der Welt, in der Guerillas im Untergrund unter der Führung des charismatischen Matthias (Bill Nighy) den Widerstand wachhalten.

Dieser fernöstlich angehauchte Ort der Dunkelheit ähnelt mit seinen roten Lampions und verrauchten Kaschemmen an das Los Angeles der Zukunft aus Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner“ (1982), der ebenfalls auf einer Story von Philip K. Dick beruht. Eine gute, detailverliebte Arbeit der digitalen Produktionsdesigner.

Natürlich wird geballert und geprügelt, was das Zeug hält. Aber zum Glück zieht sich auch eine Spur von sarkastischem Humor durch diesen Film. Der Kampf zwischen Quaid und seiner Ehefrau wird auch zum versteckten Ehekrieg, der im verflixten siebten Jahr endlich entschieden werden muss. Kate Beckinsale mutiert vom süßen Püppchen zur Kampfmaschine, Jessica Biel steht ihr als coole Rebellin in nichts nach. Und Colin Farrell verkörpert Dennis Quaid mit einer glaubwürdigen Mischung aus Naivität und Entschlossenheit.

Der Film läuft im Cineplex

von Johannes von der Gathen

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