Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg UKGM-Betriebsrat lehnt Kompromiss weiter ab
Marburg UKGM-Betriebsrat lehnt Kompromiss weiter ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 27.08.2018
Das Uniklinikum in Marburg (UKGM). Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Laut Verdi sei beispielsweise die Wahlurne öfters nicht versiegelt gewesen, Briefwahlunter­lagen hätten unkontrolliert in einem Aufenthaltsraum gelegen, es habe keinen Abgleich der Briefwähler mit dem Wählerverzeichnis gegeben und in einem Fall seien die Briefwahlunter­lagen nicht zugestellt worden. 

Gremium sah den Betriebsfrieden gestört

Zudem monierte die Gewerkschaft, dass die „Liste Marburger Bund“ vom Namen her zu sehr mit der gleichnamigen Ärztegewerkschaft gleichgesetzt werden könne – für die Wähler sei insofern nicht ersichtlich gewesen, dass auf der Liste nicht nur Ärzte gestanden hätten.

Der Betriebsrat hatte indes im vergangenen August gegen Horst Lange, einen ehemaligen Gewerkschaftssekretär von Verdi, ein Hausverbot ausgesprochen – er dürfe die Räume des Betriebsrats nicht mehr betreten und auch nicht an Sitzungen des Gremiums oder Betriebsversammlungen teilnehmen.

Horst Lange war von Verdi als zusätzlicher Gewerkschaftsbeauftragter für das UKGM eingesetzt worden. Das Gremium begründete den Beschluss seinerzeit damit, dass Lange „mehrfach den Betriebsfrieden sowie die Betriebsratstätigkeit“ gestört habe.

Während der Verhandlung im Juli hatte Arbeitsrichterin Annette Stomps den Parteien dringend geraten, sich gütlich zu einigen. Denn sie vermutete, dass es nicht zu einer rechtsgültigen Entscheidung kommen werde, bevor die Wahlperiode um sei.

In Verhandlung standen Zeichen auf Kompromiss

Die Richterin regte folgenden Gütevorschlag an: Wenn Verdi die Wahlanfechtung zurückziehe, könne der Betriebsrat im Gegenzug Horst Lange als „alternativen Bevollmächtigten“ der Gewerkschaft zu Betriebsversammlungen und Betriebsratssitzungen zulassen. Dies war allerdings auch schon das Fazit eines Schlichtungsverfahrens – damals hatte der Betriebsrat in seiner Sitzung den Vorschlag abgelehnt.

In der Verhandlung einigten sich die Parteien auf diesen Vorschlag – das letzte Wort hatte allerdings erneut der Betriebsrat, der vergangene Woche in seiner Sitzung entscheiden sollte. Und der stimmte mit einer – laut OP-Informationen knappen – Mehrheit gegen den Vergleichsvorschlag. Richterin Annette Stomps wird folglich am Mittwoch, 5. September, ihren Beschluss in dieser Sache verkünden.

von Andreas Schmidt