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Großer Tusch zum Saisonauftakt

Landestheater startet mit drei Premieren Großer Tusch zum Saisonauftakt

Die Marburger Theatermacher gehen zum Start der dritten Spielzeit von Intendant Matthias Faltz in die Vollen: Sie starten mit dem Publikumshit „Die Dreigroschenoper“ und zwei unbekannten Stücken.

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Marburg. Es ist alles angerichtet für eine spannende Spielzeit 2012/13: „Die Dreigroschenoper“, eines der erfolgreichsten Stücke auf deutschen Bühnen, macht den Auftakt. Bertolt Brechts und Kurt Weills „Theaterstück mit Musik“ hat auch in Marburg das Zeug zu einem Publikumshit. Für die Premiere zum Auftakt der Spielzeit morgen Abend um 19.30 Uhr in der Stadthalle gibt es nur noch wenige Karten.

In Marburg war bereits Hamlet eine Frau, warum nicht auch Mackie Messer?, meint Intendant Matthias Faltz. Er bietet in seiner aufwändigen Inzenierung eine Weltpremiere in der Aufführungsgeschichte: zum ersten Mal wird Mackie Messer von einer Frau gespielt - „um die gängigen Bilder vom coolen Gangstermacho zu unterwandern“ hat er die Rolle des Macheath mit Oda Zuschneid, dem Stelzfuß aus „The Black Rider“, besetzt - und das mit Genehmigung von „ganz oben“, also den Brecht-Erben, teilt das Theater mit.

Das Bühnenbild stammt von Leopold Volland und Lars Herzig, für die Videoinstallationen zeichnen Philipp Karau und Stephanie Kayß verantwortlich, die bereits bei den „Nibelungen“ mit Faltz zusammengearbeitet haben. Für die Musik sorgt eine siebenköpfige Live-Band, zudem gibt es einen eigens für diese Inszenierung zusammengestellten Chor unter Leitung von Michael Lohmann.

Die Kostüme stammen von der Berliner Kostümbildnerin Mascha Schubert, die unter anderem am Staatsschauspiel Dresden und der Comédie-Française Paris gearbeitet hat.

Thomas Streibig spielt den Bettlerkönig Jonathan Peachum, Annette Müller ist als seine Frau zu sehen, Sonka Vogt verkörpert die schöne Polly verkörpert, Timo Hastenpflug steht als Bettler Filch und Ganove Münz-Matthias auf der Bühne und Ogün Derendeli wird als Tiger Brown sein Gesangstalent unter Beweis stellen. Außerdem sind Gergana Muskalla als Seeräuber-Jenny und Gastschauspielerin Kathrin Hylla zu sehen und zu hören sein.

Am Samstag gilt es in marburg einen neuen Dramatiker zu entdecken: Marc Becker. Regisseur Marc Wortel hat dessen Sprachkonzert „Aus der Mitte der Gesellschaft“ inszeniert. Premiere ist um 19.30 Uhr im Theater am Schwanhof, anschließemd ist dort die Spielzeiteröffnungsparty mit der „N.N. Swinging Wodka Lemon gang“. Marburg ist erst die zweite Bühne, die das 2010 uraufgeführte Stück in den Spielplan nimmt: In Oldenburg ist es ein Renner. Becker hält der Mittelschicht mit Reihenhaushälfte mit kleinem Garten, Auto den Spiegel vor - witzig, frech und bisweilen bitterböse. „Aus der Mitte der Gesellschaft“ sei ein Kondensat der Unzufriedenheit, so das landestheater.

Der Premierenreigen zum Start in die Spielzeit endet am Sonntag um 19.30 Uhr im Theater am Schwanhof mit der Premiere des der theatralen Umsetzung des Fragen-Romans „The Interrogative Mood“ von Padgett Powell. Auf 192 Seiten reiht Powell eine Frage an die andere, ohne dabei je eine Antwort zu geben: Sind Sie glücklich? Interessieren Sie sich für die Nuancen von Fett? Wie stehen Sie zur Kartoffel? 2012 hat Harry Rowohlt den Roman ins Deutsche übertragen und am 2. September findet dieser nun den Weg auf die Theaterbühne.

Das Landestheater hofft, in dieser Spielzeit den positiven Trend fortsetzen zu können: Mit 45600 Besuchern in der Spielzeit 2011/2012 habe die Auslastung wieder gesteigert werden können, so Verwaltungschef Dieter Dreßen. Das Theater gab in der abgelaufenen Spielzeit 253 Vorstellungen in Marburg. Die 69 Vorstellungen bei Gastspielen über Hessen hinaus bis in die Schweiz werden vom Theater als Indiz für die Akzeptanz der Arbeit gewertet. Die Renner in der vergangenen Spielzeit waren „Emil und die Detektive“ und „ Der Kaufmann von Venedig“.

von Uwe Badouin

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