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Großartige Werke und satter Klang

Sinfonisches Blasorchester des VfL Marburg Großartige Werke und satter Klang

Feste sind da um gefeiert zu werden. Zum 30-jährigen Jubiläum der Musikabteilung des VfL Marburg hatte das Sinfonische Blasorchester mit seinem neuen Dirigenten Ulrich Moormann einen besonderen Abend geplant.

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Ein tolles Laien-Ensemble: Das Sinfonische Blasorchester des VfL Marburg gab sein „Geburtstagskonzert“ im Fürstensaal.Foto: Thomas Breme

Marburg. Hoch oben über der Stadt im Fürstensaal des Schlosses bot das etwa 50 Mann starke Orchester einen Streifzug durch die Geschichte der amerikanischen Bandmusik. Ein besonderes Highlight war dabei die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin. Der ehemalige Schüler der Marburger Musikschule David Feldpausch saß hier als Solist am Flügel. So wurde aus Gershwins Meisterwerk ein wahres Prachtstück.

Im Publikum wippten so manche Beine und Köpfe zur energischen Rhapsody. Gerade in den Solopartien brillierte Feldpausch mit seinem Spiel. Zart und sehr flink huschten seine Finger über die Tasten. Sobald das Orchester miteinstimmte, musste er allerdings wirklich alles geben. In der Weite des Fürstensaales gingen die Klänge des Flügels gegen die Wucht des Orchesters einfach viel zu schnell unter. Zwar hatte man schon den Flügel ganz nach vorne nah ans Publikum geschoben, aber schon wenige Reihen später hatte man Probleme Orchester und Flügel auseinanderzuhalten.

Das war schade, denn sowohl Orchester als auch der Pianist spielten traumhaft schön. Den begeisterten Applaus nahm Feldpausch ganz schüchtern und verhalten an und gab als Dankeschön die Zugabe „Ich ruf zu Dir Herr Jesu Christ“ von Johann Sebastian Bach. Das passte zwar an sich nicht wirklich zum Rest des Programms, war aber ebenso herrlich weich und fließend.

Ein größerer Saal hätte dem lautstarken Blasorchester sicherlich gut getan, denn auch bei den anderen Stücken ließ man es ordentlich krachen. Das war toll und ging ins Blut, dennoch hatte man einfach das Gefühl, dass der Fürstensaal nicht der richtige Ort für ein Orchester dieser Größe war.

Am Anfang des schwungvollen Abends standen zwei Werke, die musikalisch die amerikanische Geografie - die Apalachen und das Tal des Shenandoah River - aufgriffen. Beide Stücke klangen nach Fernweh und nach den großen, ländlichen Flächen der USA.

Es standen auch große Stücke auf dem Programm wie das Gospel „A closer Walk with Thee“, das in keinem Programm einer amerikanischen Band fehlen darf und ein fester Bestandteil einer „jazz funeral“ in New Orleans ist. Auch Alfred Reed, Wegbereiter für Originalkompositionen für Blasorchester, wurde bedacht mit seiner „Second Suite for Band“. Besonders der vierte Satz „Paso Doble“ kam beim Publikum sehr gut an mit seinem lauten und fulminanten Klang. Er wurde als Zugabe später noch einmal gespielt.

Beschwingt von der tollen Musik ging es zum Schluss zu einem weiteren Highlight. Die Musiker spielten ein Medley aus Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“. Von „I feel pretty“ über „Tonight“ bis zum bekannten „America“ wurde hier noch einmal alles gegeben. Nach der Zugabe „Washington Post“ von John Philip Sousa verstärkte sich der Applaus noch einmal und vereinzelt hörte man Jubel und Bravo-Rufe.

Und weil der Abend so schön und die Nachfrage so groß war, wurde das Programm am Sonntag noch einmal gespielt.

von Mareike Bader

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