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„Grenzgang“ bald auf der Mattscheibe

Stephan-Thome-Roman wird verfilmt „Grenzgang“ bald auf der Mattscheibe

Die Verfilmung von Stephan Thomes Roman „Grenzgang“ rückt in greifbare Nähe. Im Auftrag des WDR setzt das Film- und Fernsehproduktionsunternehmen teamWorx den Roman um. Erste Bilder sind im Kasten

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Ein Filmteam drehte am Wochenende beim Grenzgang in Biedenkopf erste Bilder für die Verfilmung des Romans „Grenzgang“ von Stephan Thome (kleines Bild). Fotos: Thorsten Richter / Heike Steiweg

Quelle: Heike Steiweg

Biedenkopf. Kameramann beim Film kann ein ziemlich anstrengender Job sein. Das Filmteam, das am Wochenende bei brütend-heißen Sommertemperaturen Bilder vom Biedenkopfer Grenzgang drehte, kann davon ein Lied singen. Über Stock und Stein ging es, bergauf, bergab durch Wälder und über Wiesen und das viele Kilometer lang. Und immer dabei: eine ziemlich schwere Kamera des Herstellers Arri.

Das deutsche Filmproduktionsunternehmen teamWorx wird im Auftrag des WDR den Roman „Grenzgang“ des Biedenkopfer Autors Stephan Thome verfilmen. Thome gelang mit seinem Romandebüt 2009 sofort der Sprung auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Er erzählt in einem wunderbaren Ton von dem Beziehungsgeflecht in einer Kleinstadt, von Trennungen, Hoffnungen, Enttäuschungen, von Glück und Liebe. Ein toller Stoff für einen Film.

Der Roman spielt vor dem Hintergrund des Biedenkopfer Traditionsfestes. Will man den Roman also verfilmen, muss man sich an den Rhythmus dieses dreitägigen Festes halten, das nur alle sieben Jahre gefeiert wird. Die Option hat der WDR vor kurzem gezogen, die Verträge sind gemacht - und selbst wenn weder Drehbuch noch Besetzung fertig sein sollten, die Grenzgangbilder mussten jetzt gedreht werden.

„Ich bin natürlich sehr froh, dass der Roman verfilmt werden soll. Es gab schon früh nach Erscheinen Interesse daran, ihn zu verfilmen. Aber von einer Option bis zum Film ist es ein weiter Weg“, sagte Autor Stephan Thome der OP.

Thome hat sich am Wochenende den „Grenzgang“ in seiner Heimatstadt Biedenkopf nicht nehmen lassen. Früher sei er dem Fest wie seine Figuren im Roman eher skeptisch begegnet, „doch diesen Grenzgang habe ich richtig genossen, es war herrlich“, sagte er. Es sei ein schönes, unbeschwertes Fest mit grenzgang-erfahrenen Freunden aus Biedenkopf und befreundeten Grenzgang-Novizen gewesen. Die Dreharbeiten werde er aus der Distanz begleiten, auch am Drehbuch werde er nicht mitarbeiten. „Das überlasse ich den Profis.“

In den vergangenen Jahren hat Thome an seinem neuen Roman „Fliehkräfte“ gearbeitet - und zwar fern seiner Heimatstadt. Nach dem Rummel um „Grenzgang“ ging er zurück nach Taiwan - „dort hatte ich den nötigen Abstand“, sagt der 40-jährige.

Im Herbst wird der Autor mit seinem neuen Roman, der im September wie sein Debüt bei Suhrkamp erscheint, auf große Lesetour gehen - unter anderem nach Frankfurt, Hamburg, Tübingen, Darmstadt.

Stephan Thome wird auch in Marburg und in Biedenkopf lesen: In Marburg stellt er „Fliehkräfte“ am 25. Oktober im TTZ vor, am 13. November ist er in Biedenkopf zu Gast.

von Uwe Badouin

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