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Marburg Grashüpfers Träume voll Poesie
Marburg Grashüpfers Träume voll Poesie
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17:39 20.07.2012
Thomas Zwerina komponiert am heimischen Flügel, Eva Lerch begleitet ihn. Foto: Heike Döhn
Staufenberg

Seine starke Sehbehinderung schränkt den Sänger und Pianisten aber ansonsten musikalisch nicht ein. Seit Jahren komponiert und musiziert er - im „eigentlichen“ Beruf ist er Studienrat, setzt aber seine Leidenschaft für Literatur und Musik in ausdrucksvolle, lyrische und balladeske Kompositionen um.

Sieben Jahre ist er zusammen mit Eva Lerch - Künstlername Evi the Lark - als Duo „...ins Herz gewürfelt“ aufgetreten, mit einem Programm, das Musik, Lyrik und - eher ungewöhnlich - Mentalmagie verbindet. In dieser Besetzung spielen die beiden aber vor allem Kompositionen von anderen Künstlern.

„Irgendwann hat Thomas ein Lied komponiert, bei dem uns die zweite Stimme an ein Cello erinnerte“, erzählt Eva Lerch, und so wurde die Idee geboren, eine Cellistin zu suchen. Seit zwei Jahren arbeiten sie nun mit Eva Boeckenhauer alias Eva B. zusammen und haben ein Programm aus Zwerinas Kompositionen entwickelt, das nun auf der CD „Grashopper‘s Dream“ zu hören ist.

„Ich wollte meine Kompositionen irgendwie festhalten, damit ich mich neuen widmen kann“, sagt Zwerina, der seine Musik ansonsten nur im Kopf bannen kann oder aufnehmen muss. Die Aufnahmen, die zunächst gar nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, sind so gelungen, dass sie nun als CD veröffentlicht wurden.

Es sind leise Stücke, zart und doch eindringlich. Zwerina hat eine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, seine Kompositionen haben Tiefe und sind voller Romantik, aber fern vom Kitsch. „Ich komponiere an meinem Flügel im Wohnzimmer, da spielt man automatisch leise, und so sind auch meine Kompositionen leise und zurückhaltend - obwohl ich früher schon auch wilder gespielt habe“, lächelt Zwerina.

Dass die Songs ohne Schlagzeug auskommen, findet er gut, denn das dominiere aktuelle Musik zu sehr. An seine Texte hat er einen hohen Anspruch, erzählt Geschichten, denen zuzuhören sich lohnt. Zwei Stücke sind von Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ inspiriert.

Die Musik zieht den Hörer in die Traumwelt des Grashüpfers hinein, ist aber nicht ohne ironische Brechungen, die sich auch in den Texten finden - in„Spooky“ zum Beispiel, in dem Zwerina einen Vampir sprechen lässt. Das einzige Stück, wo seine Stimme auch einmal verfremdet ist, sonst ist alles sehr natürlich und klar.

Auftreten wollen Zwerina und die beiden Evas mit der Musik von „No Trombone and the Blue Hawks“ auch, Termine stehen aber noch nicht fest. Schließlich muss die Musik auch mit dem Alltag vereinbart werden, in dem Zwerina unter anderem auch Lehraufträge am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität hatte.

Einmal waren er und seine beiden Mitstreiterinnen bereits im Café im Spiegelslustturm zu sehen - andere Auftritte, bei der man die zarte, innerliche und so gar nicht zeitgeistige Musik des Trios erleben kann, folgen hoffentlich bald.

von Heike Döhn

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