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Gisela Elsner ist die „Meisterin des Monströsen“

Lesung Gisela Elsner ist die „Meisterin des Monströsen“

Beinahe 20 Jahre ist es her, dass sich Gisela Elsner aus dem Fenster einer Münchener Klinik in den Tod stürzte. Damit ihr Werk nicht in Vergessenheit gerät, gibt der Berliner Verbrecher Verlag nun ihre gesammelten Schriften heraus, aus denen Verleger Jörg Sundermeier in der Baari Bar im G-Werk gelesen hat.

Marburg. Sie galt als schillernde Figur im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit, ihre Markenzeichen waren Zigaretten und ihre ausladende Haarpracht. Nächstes Jahr wäre sie 75 Jahre alt geworden.

Gisela Elsner, die in den 30er Jahren in einer großbürgerlichen Nürnberger Familie geboren wurde, entwickelte sich zu einer begeisterten Kommunistin, die unter dem Zwiespalt zwischen ihrer Herkunft und ihrer politischen Überzeugung litt. Stets für ihr Geschlecht, ihr Aussehen und ihren Alkoholkonsum angegriffen, war sie eine Weile im Umfeld der Gruppe 47 angesiedelt. Von Hans Magnus Enzensberger wurde Gisela Elsner als „Meisterin des Monströsen“ stilisiert und diesen Ruf wurde sie nie wieder ganz los. Über sich selbst hingegen sagte die Autorin, sie sei die erste Frau gewesen, die Satiren schrieb.

Zeit ihres Lebens kämpfte die Autorin, der ihr Sohn Oskar Röhler mit dem Film „Die Unberührbare“ ein cineastisches Denkmal setzte, für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau, die sich nicht in einem „gönnerhaften Beifall“ erschöpft.

So verwundert es nicht, dass Sundermeier als erstes zunächst die Abhandlung „Autorinnen im literarischen Ghetto“ las. Der Text befasst sich mit dem Verhältnis von männlichen Kritikern und weiblichen Autorinnen, denen immer wieder eine gewisse literarische Niveaulosigkeit unterstellt wurde. Bereits eine Zuordnung zur so genannten „Frauenliteratur“ beinhalte rassistische Aspekte, schreibt Elsner.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten OP.

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