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Marburg Genie und Revolutionär
Marburg Genie und Revolutionär
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22:30 17.02.2012
Professor Burghard Dedner ist Leiter der Marburger „Forschungsstelle Georg Büchner“. Quelle: Rolf K. Wegst

Marburg.  Mit der Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“, veröffentlicht 1834 im „Hessischen Landboten“,  hat Georg Büchner (1813-1837) unter Lebensgefahr zur Revolution aufgerufen. Der Dichter gilt als Vorläufer der Moderne.

Heute verfolgt Professor Burghard Dedner als Leiter der Forschungsstelle Georg Büchner, die ihren Sitz in Marburg hat, mit seinen sechs Kollegen die Spuren, die Büchners Werke hinterließen.

Seit 2000 arbeiten sie an einer kritischen und kommentierten Gesamtausgabe, für die sie die Werke des Dichters und Naturwissenschaftlers akribisch untersuchen: Hat er ein Wort erfunden oder gefunden? Von wem und warum schrieb er möglicherweise ab?

Auf insgesamt 8.000 Seiten werden die Untersuchungsberichte veröffentlicht – in diesem Ausmaß ist die Marburger Büchner-Ausgabe weltweit einmalig. Sie dient als Grundlage für handelsübliche, kleinere Ausgaben, die unter anderem im Reclam-Verlag erscheinen, ist aber auch direkt erwerblich – im Abo für etwa 50 Euro pro Band. Derzeit sind 12 der 17 Teilbände erschienen, bis zum März 2013 sollen die letzten fünf erscheinen.

Die Forschungsstelle Georg Büchner wurde 1979 gegründet. Ausschlaggebend für den Standort Marburg war, dass Verhörprotokolle und Akten über den Revolutionär im Hessischen Staatsarchiv in Marburg lagern. Seit 2000 ist die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz an der Forschungsstelle beteiligt. Sie erarbeitet Publikationen zu Leben und Werk Büchners, sowie zur Literatur und Geschichte des Vormärz. Ferner beherbergt sie das weltweit einzige Büchner-Archiv.

von Jens Bayer-Grimm und Katharina Schulz

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