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Geboren, um auf der Bühne zu stehen

Interview mit Ute Freudenberg Geboren, um auf der Bühne zu stehen

Sie ist die Grand Dame des Schlagers und die erfolgreichste Sängerin Ostdeutschlands: Ute Freudenberg erobert jetzt auch die Herzen der Schlagerfans im Westen. Am 13. Oktober triott sie in der Marburger Stadthalle auf. Die OP sprach mit der Sängerin.

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Große Gesten, gefühlvolle Gesänge: Wenn Ute Freudenberg zu Konzerten lädt, sind die Hallen ausverkauft. Ihr Bühnenjubiläum begeht sie daher mit einer Tournee – und hält dafür auch in Marburg.Foto: Thomas Breme

Quelle: Foto: mymedia GmbH

Marburg. Seit 40 Jahren steht Ute Freudenberg auf der Bühne. Jetzt füllt sie mit der Jubiläums-Tournee „Willkommen im Leben“ in Deutschland die Hallen. Am Samstag, 13. Oktober, 20 Uhr, gastiert die 56-jährige Weimarerin in der Stadthalle. Mit dabei ist auch ihr Duett-Partner Christian Lais. Die beiden gelten als das neue Traumpaar am Schlagerhimmel.

OP: Im Rahmen Ihrer Tournee werden Sie auch in der Marburger Stadthalle auftreten. Sind Sie zum ersten Mal hier? Und auf was dürfen sich die Fans freuen?

Freudenberg: Ich bin zum ersten Mal in Marburg, und es wird Zeit, dass die Marburger mich kennenlernen. Ich habe meine Band dabei, alles ist live. Die Menschen werden nach zwei Stunden sagen, wo ist die Zeit hin. Ich bringe einen Querschnitt von den Liedern, die mich seit 40 Jahren begleiten.

OP: „Willkommen im Leben“ ist die erste Single aus Ihrem neuen gleichnamigen Album. Was wollen Sie mit dem Song ausdrücken?

Freudenberg: Die Single ist ein absolut starkes Lied. Es geht um eine Frau, die sich aus dem größten Tief ihres Lebens herausgekämpft hat. Durch meine Scheidung und den Tod meiner Mutter waren die letzten Jahre auch eine harte Zeit für mich. Dann zurück ins Leben zu finden, ist nicht so einfach. Als ich das Lied hörte, habe ich gesagt: „Das wird der Titelsong, das bin ich.“

OP: 1980 landeten Sie mit „Jugendliebe“ den Super-Hit der DDR. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Freudenberg: „Jugendliebe“ war der große Durchbruch im Osten. Uns wollte damals niemand in Berlin. Wir haben „Jugendliebe“ dann zum ersten Mal an der Ostsee gespielt - und die Reaktion war unglaublich. Aus Versehen wurde das Lied im Radio gespielt, und da war es nicht mehr zu bremsen. Ich habe mit der Band alles abgeräumt, was man in diesem Land abräumen konnte vor allem die Herzen der Menschen. Das war das Schönste. „Jugendliebe“ ist die Hymne des Ostens geworden.

OP: Konzerte und TV-Produktionen begeistern Tausende Menschen. Was ist ihr Erfolgsrezept?

Freudenberg: Ich liebe meinen Beruf, und ich gehe nur auf die Bühne, weil ich die Menschen berühren will. Wenn man sie so berührt, dass sie vergessen zu atmen, oder ihnen die Tränen kommen - das bin ich.

OP: Welche Musik, außer Ihrer natürlich, hören Sie am liebsten?

Freudenberg: Alles, was mich berührt: von Ray Charles bis Klassik.

OP: Sie waren in der ehemaligen DDR ein Star und sind es nun auch im Westen. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Freudenberg: Mir hat es gut getan, dass ich in den Westen gegangen bin. Das war schwierig, denn dort hat niemand auf mich gewartet. Wäre ich im Osten geblieben, wäre ich sang- und klanglos untergegangen. Ich habe auch nicht aufgehört, auf mein Herz zu hören, wo und mit wem ich etwas tue. Natürlich gehört auch ein Quäntchen Glück dazu. Das Wichtigste aber ist, hart zu arbeiten. Ich war mir nie zu schade, auch in Autohäusern zu singen.

„Im Osten wäre ich untergegangen“

OP: Fünf Jahre nach dem Mauerfall sind Sie wieder in Ihre Heimat Thüringen zurückgekehrt. Warum?

Freudenberg: Weimar ist meine Heimatstadt, ich habe dort studiert, höre die Geräusche und Gerüche meiner Kindheit wieder und bin dort zu Hause.

OP: 2011 haben Sie im Duett mit Christian Lais die Wiedervereinigungshymne „Auf den Dächern von Berlin“ interpretiert. Wie kam es dazu?

Freudenberg: Ich habe ihn vor vier Jahren bei einer Veranstaltung in Oberhausen getroffen. Drei Jahre danach rief mich sein Produzent David Brandes an und wollte ein Lied für mich schreiben. Aus dem Lied ist ein Duett geworden.

OP: Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Freudenberg: Ich bin geboren worden, um auf der Bühne zu stehen und zu singen.

OP: Über welche Auszeichnungen haben Sie sich am meisten gefreut?

Freudenberg: Für mich persönlich war die schönste Auszeichnung im Jahre 1998 „Die goldene Henne“. Denn sie war die Bestätigung dafür, dass ich auf dem absolut richtigen Weg bin.

OP: Seit nunmehr 40 Jahren stehen Sie auf der Bühne. Was denken Sie, zeichnet Ihre Musik besonders aus?

Freudenberg: Ich liebe dich, du liebst mich. Wir sind alle froh und glücklich und leben auf einer Wolke. Das ist es eben nicht. Ich singe über das Leben. Ich passe in keine Schublade, mache Chanson- und Weihnachtsabende genauso, wie ich mit meiner Band rocken kann.

OP: Gibt es in der harten Showbranche auch Freundschaften.

Freudenberg: Ja, ich bin mit Ingrid Peters, Olaf Berger und Uta Bresan befreundet und habe ein sehr gutes Verhältnis zu Carmen Nebel. Und natürlich bin ich mit Christian Lais befreundet. Das mit Freundschaften muss man aber schon einschränken, so viele sind das nicht. Da ist schon sehr viel Neid dabei.

OP: Fühlen Sie sich auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere?

Freudenberg: Ich fühle mich tatsächlich wie auf einem Höhenflug. Durch das Duett mit Christian Lais 2011 gab es einen Hype um mich. Das war die perfekte Vorbereitung auf mein Bühnen-Jubiläum.

von Herbert Lenz

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