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Galerist und visionärer Künstler

Zum Tod von Hubert Blank Galerist und visionärer Künstler

Am Mittwoch starb der Angelburger Galerist Hubert Blank, der unter dem Namen Bert-Hubl in der Kunstszene bekannt wurde, nach langer schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren. Ein Nachruf.

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Hubert Blank alias Bert-Hubl ist tot. Der Künstler und Galerist starb am Mittwoch.Archivfoto

Angelburg. Die Arbeiten des Künstlers Bert-Hubl finden nicht nur regional, sondern auch international breite Beachtung. Für seine weltweit einzigartige „Hub-Art in Vidi-Art“ - drehbare Werke mit zwei bis vierseitiger Bildaussage - wurde der Maler unter anderem mit dem Preis für Vario-Kunst (Lyon), dem Grafikerpreis der Galleria del‘Arte (Rom), dem Ars Grafica Preis (Florenz), dem Diploma di Merito (Universita Della Arte) und dem Förderpreis des Bundespräsidenten, sowie 2007 für sein herausragendes Lebenswerk auch mit dem regelmäßigen Förderpreis des Bundespräsidenten auf Lebenszeit ausgezeichnet.

Wer als Besucher in das Angelburger Kunst- und Kulturhaus nach Lixfeld kam, der wusste vorher nie so genau, wen er in den Galerieräumen antreffen würde. Helfende Hände bei den Vorbereitungen zu einer Ausstellung erlebten den Galeristen Hubert Blank, der mit akribischer Genauigkeit eben erst aufgehangene Bilder wieder abnahm, um sie dann einige Zentimeter nach links oder vielleicht auch nur ein kleines Stückchen höher zu hängen. Blank war ein Perfektionist, der in der Nacht, wenn alle Helfer daheim in ihren Betten lagen, noch einmal durch die Galerieräume ging und bis zum Morgengrauen Teile der Ausstellung umhängte.

2002 feierte die auf Kunst des 20. Jahrhunderts spezialisierte „Galerie Blank“ ihr 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass präsentierte der Sammler und Kunsthistoriker Blank unter dem Titel „Von Klee bis Warhol“ Originale von 30 Künstlern aus 11 Ländern. Jeder dieser Künstler stand für die Aktivitäten der Galerie. Bilder unterschiedlichster Stilrichtungen, darunter klangvolle Namen wie Nolde, Chagall, Dali, Hundertwasser, Miro, Kandinsky, Matisse, de Saint Phalle, Picasso, Klee und Warhol machten deutlich, in welcher Breite die „Galerie Blank“ ihre Ausstellungen angelegt hatte.

Häufiger noch als den Galeristen Blank konnten Besucher in den Räumen der seit 1975 in Angelburg ansässigen „Galerie Blank“ den Künstler Bert-Hubl antreffen. Während der 1932 in Aspenau/Pommern geborene Hubert Blank 2012 seinen 80. Geburtstag feierte, wurde sein Alter Ego Bert-Hubl im selben Jahr erst 60 Jahre alt.

Das Buch „Die Erde und Wir - vom Ur-Sein zum Nicht-Sein“ mit 100 zwischen 1952 und 2002 entstandenen Arbeiten des Künstlers macht deutlich, dass das umfangreiche Werk Bert-Hubls in sechs Zyklen den Weg des Lebens zeigt und einen Abriss über das gesamte Spektrum menschlicher, technischer, ökologischer und mentaler Problemstellungen verarbeitet.

Wie visionär das Werk Bert-Hubls ist, zeigen Arbeiten aus den 50er und 60er Jahren, in denen er sich schon damals mit Themen wie Luftverpestung, Müllbergen, Umweltzerstörung und den Gefahren der Atomkraft beschäftigte. In dem Kurzfilm „Visionen werden zur Wirklichkeit“ setzte der Filmemacher und Musiker Heinz Westermann eine Auswahl der Arbeiten des Künstlers in Bezug zu konkreten Ereignissen. Mit eindringlicher Musik untermalt ziehen visuelle Animationen etwa die Verbindung von dem 1965 entstandenen Bert-Hubl-Werk „Fanale Atom-Zeichen“ zu den Nachrichtenbildern vom 26. April 1986 über die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl oder von seiner Arbeit „Industrieller Lebens-Ausstoß“ (1972) zu der dioxinverseuchten Atemlosigkeit in Seveso (1976) und Bophal (1984).

1993 gründete sich der als gemeinnützig anerkannte Verein zur Bert-Hubl Kunstförderung. Der Verein unter Vorsitz von Detlef Ruffert hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Lebenswerk des Künstlers auch noch kommenden Generationen zugänglich zu machen.

Die letzte vom Künstler persönlich geplante Ausstellung „Wandel des Seins im Wandel der Kunst“ wird am Sonntag, 19. August um 15 Uhr im Angelburger Kunst- und Kulturhaus eröffnet. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

von Martina Westermann

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