Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Furchtloser Forscher trifft auf „Reuber“

KUSS-Festival Marburg Furchtloser Forscher trifft auf „Reuber“

„Kuck! Schau! Spiel!“: Zum 23. Mal geht diese Aufforderung an theaterbegeisterte Kinder, ­Jugendliche. Am Sonntagabend wurde das Festival im Theater am Schwanhof eröffnet.

Voriger Artikel
Bewaffneter Überfall auf Spielhalle scheitert
Nächster Artikel
Freundschaft 
im Schatten des Brexit

Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche „KUSS“ im Theater am Schwanhof.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Wie das Haus sich jedes Jahr mit dem Einzug der hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche aufs Neue verwandelt, das ist auch für den „Hausherrn“ Matthias Faltz, Intendant des Hessischen Landestheaters, immer wieder ein Erlebnis. Festivalleiter Jürgen Sachs begrüßte die Gäste in der Kulisse des Eröffnungs-Stücks „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ und wünschte allen kleinen und großen Besuchern eine „anregende und aufregende“ Woche.

Was für anregende, für besondere und nachhaltige Eindrücke Theater bei Kindern und Jugendlichen hinterlässt, davon kann auch Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies erzählen: „Als ich selbst noch Kind war, gab es wunderbar aufregende Abende in den Stadtsälen“, sagte Spies bei der Eröffnung der Theaterwoche. Die Stadt beziehungsweise der Fachdienst Kultur und das Staatliche Schulamt veranstalten „KUSS“ (so der abgekürzte Titel von „Kuck! Schau! Spiel!“) alljährlich gemeinsam mit dem Hessischen Landestheater Marburg.

Über 100 Schüler-Workshops

Das Festival holt Produktionen von hessischen Theatern, aber auch von Ensembles aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Marburg. Eine Jury aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen prämiert am Ende das bestes Stück. Die öffentlichen Aufführungen und Ins­zenierungsgespräche sind dabei nur eine von zwei Säulen von „KUSS“. Hinzu kommen noch jede Menge Workshops in den Schulen von Stadt und Landkreis – in diesem Jahr werden es wieder mehr als 100 Workshops sein, an denen insgesamt über 1 000 Schüler teilnehmen.

Für Ulrich Müller vom Staatlichen Schulamt ist das gemeinsame Arbeiten, das in der Woche stattfindet, ein wichtiges Mittel, das Fantasie, Selbstbewusstsein und vor allem auch kritisches Denken fördere. Das gelte insbesondere in Zeiten, wo es schon im Alltag vieler Kinder sehr virtuell zugehe. Ein großes Lob für die Qualität, die bei „KUSS“ gezeigt wird, kam von Dr. Markus Morr vom Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dort ist die Unterstützung für das Festival inzwischen ein Teil des Etats.

Bestes Stück wird prämiert

Dafür, dass ein Preis für die beste Produktion vergeben werden kann, sorgt der Verein „Freundeskreis Hessisches Landestheater“. Am kommenden Samstag um 18 Uhr vor der abschließenden Vorstellung findet die Bekanntgabe des Preisträgers statt. Bis dahin werden 17 Stücke gezeigt – vom Figurentheater für die Jüngsten über Tanztheater und Märchen bis hin zur actionreichen Inszenierung für Jugendliche.

Zur Eröffnung musste – wie bereits im Vorfeld angekündigt – krankheitsbedingt umdisponiert werden: Statt des Stücks „Das Ende der Zukunft, wie ich sie kannte“ von Annette Müller bekamen die gut 80 Gäste „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ – einen „Monolog“ für einen Reuber“ zu sehen. Mit einem großartigen Stefan Piskorz als (nicht immer) furchtlosem Forscher, dem es gelingt, 704 Tage mit dem gefürchteten Reuber zu verbringen, ,querwaldein‘ und mit eingepacktem Ferrari im Reuberkot. Dass Hessische Landestheater ist außerdem noch mit der Produktion „Der Prozess“ nach Franz Kafka bei „KUSS“ vertreten.

Gäste aus der Schweiz und den Niederlanden

Zu Gast sind in diesem Jahr unter anderem das Theater Marabu aus Bonn mit „Der Bär, der nicht da war“ für alle ab vier Jahren und das Theaterhaus Ensemble Frankfurt (mit einer Adaption der Geschichte von Billy the Kid, die gestern Vormittag zu sehen waren. Erwartet werden außerdem Ensembles aus Köln, Ludwigshafen, Dresden und Herne. Aus der Schweiz reist das Théâtre de la Grenouille an, das am Dienstagabend um 18 Uhr und am Mittwochvormittag um 9 Uhr mit „Perô – Oder die Geheimnisse der Nacht“ Musiktheater für Kinder ab sechs Jahren präsentiert. Und aus den Niederlanden kommt am Freitag das Danstheater de Stilte mit „Ain‘t Misvehaving“ (19.30 Uhr) nach Marburg.

Viele Aufführungen sind bereits ausverkauft, für einige der Vorstellungen gibt es aber noch Restkarten. Nähere Informationen gibt es unter www.theater-marburg.com.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel