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Frühlingssonate und Sommer-Reime

Konzert in der Stadthalle Frühlingssonate und Sommer-Reime

Am Sonntag nutzten etwa 150 Besucher die Gelegenheit, beim Konzert zum Jahresabschluss der Musikschule unter dem Titel „Musikuss“ niveauvolle Darbietungen zumeist noch junger Künstler zu genießen.

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Dascha Kozlov und Lothar Shima begeisterten mit dem Allegro aus Beethovens so genannter Frühlingssonate.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Wer sich von der vorweihnachtlichen Geräusch- und Melodienkulisse, die sich wie üblich bereits vor diesem ersten Advent überall ausgebreitet hat, erholen wollte, war in der Stadthalle am rechten Ort.

Einige Stücke wiesen sogar antizyklischen jahreszeitlichen Bezug auf. So ließ der junge Pianist Jonathan Brendel mit Comptine dété No. 2 aus Yann Tiersens Soundtrack zu dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ den Sommer noch einmal aufleben.

Saisonal voraus blickten dagegen Dascha Kozlov (Klavier) und Lothar Shima (Violine), beide Preisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert.

Ihr Allegro aus Beethovens so genannter Frühlingssonate in F-dur op. 24 war ein Höhepunkt des über zweistündigen Konzerts. Das Publikum applaudierte begeistert.

Auch das aus Guido Müller (Flöte), Anna Lebowski (Violoncello) und wiederum Dascha Kozlov bestehende Trio, das ein Allegro aus dem op. 45 von Louise Farrenc bewegend darbot, überzeugte durch gefühlvolles Zusammenspiel und erhielt sehr viel Beifall. Sehr einfühlsam und harmonisch trugen Lukas Pilgrim, Clara Trommer und Eric Sindermann auf ihren Gitarren Andante und Allegro eines Mandolinenkonzerts von Antonio Vivaldi vor.

Musikalisch humorvoll ging es bei dem ebenfalls bei Jugend musiziert preisgekrönten Streichquartett mit Julius und Fridolin Wissemann, Erik Hertstein und Simon Kressin zu, die Friedrich Zipps Metamorphosen eines Gassenhauers im Stile berühmter Komponisten über Oh, du lieber Augustin zu Gehör brachten.

Leicht jazzige Töne schlugen Simon Zimmer auf der Querflöte und Lisa Portjanow auf dem Klavier mit „A little latin“ von Geoffry Russell-Smith an, während das aus Morthen Berg, Till Raisch, Peter Konertz und Lotte Höfler bestehende Klarinettenquartett mit „Yesterday“ und „Tears in heaven“ in Richtung Pop gingen.

Frührenaissanceklänge waren vom achtköpfigen Blockflötenensemble mit Stücken von Josquin des Préz zu hören. Ein einziges Mal wurde es doch weihnachtlich, allerdings mit hierzulande seltener zu hörenden traditionellen alpenländischen Liedern wie „Mettenjodler“ und „Es wird scho glei dumpa“, die die zehn Sängerinnen des Vokalensembles der Musikschule vortrugen.

Eröffnet hatte das Konzert das Jugendorchester unter der Leitung von Svetlana Urintsova schwungvoll mit Vittorio Montis bekanntem Csárdás, bei dem Anna Mumenthaler als Solistin auftrat. Beschlossen wurde es von der von Karl Reissig dirigierten Konzertband Life, dessen Bläser unter anderem die Titelmelodie der Fernsehserie A-Team druckvoll erklingen ließen.

Ein weiteres Ensemble der Musikschule, das Blechbläser-Quintett Capriccio, hatte die Gäste bereits im Foyer spielend empfangen und auf das von Fagottistin Heike Sonneborn moderierte Konzert eingestimmt.

von Manfred Schubert

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