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Frühling kommt mit Reggae

Konzert Frühling kommt mit Reggae

Reggae aus Deutschland – geht das? Ja, zumindest bei Sebastian Sturm. Der Musiker aus Aachen groovt verblüffend authentisch.

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Entspannt und gut gelaunt: Sebastian Sturm präsentiert Reggae made in Germany.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Ende Februar – er kommt in T-Shirt und kurzer Hose daher, ein ausgewaschener Sonnenhut versucht die dunklen Dreadlocks zu bändigen. Pünktlich zum gefühlten Anfang des Frühlings erhellt Sebastian Sturm mit seiner neuen Band „Exile Airlines“ mit sonnigem Roots-Reggae die Gemüter der Fans im gut gefüllten KFZ.

Das Konterfei der Legende ziert obligatorisch seine Brust, eine schlichte Bob-Marley-Imitation ist er allerdings keineswegs, auch wenn optische und gesangliche Ähnlichkeiten nicht zu verleugnen sind. Sturm hat seinen eigenen Stil im entspannten Tempo des klassischen 70er-Jahre-Roots-Sounds gefunden. So wohlgelaunt die Beats auch rüberkommen, Sturms Texte sind eher von Melancholie getragen, besingen ernste Themen und bleiben, seinen Punkwurzeln treu, oft sozialkritisch.

Auf der Bühne zieht der sympathische Aachener das Publikum sofort in seinen Bann. Authentisch groovt er, singt mit hervorragender Stimme seine Hymnen, jedoch ohne dabei in schlecht kopierten Jamaika-Slang abzurutschen oder ausschließlich die Vorzüge des grünen Krauts zu preisen.

Ohne Ausnahmen ist sein Publikum vom ersten Lied an in Bewegung. Sturm feiert eine entspannte Party, animiert meist als Vortänzer seine Fans zu noch mehr Schwung. Seine Band „Exile Airline“ unterstützt ihn dabei mit geballt entspannter Kraft. Philip Breidenbach (Gitarre), Danger Dan (Keyboards), Moses C (Gitarre/Percussion), Helmuth Fass (Bass) und Samuel Reissen (Drums) spielen mit lässig karibischer Leichtigkeit. Immer wieder durchbrechen die Musiker mit dezent eingeflochtenen Soli die häufig im Reggae herrschende Monotonie und schaffen ein abwechslungsreich spannendes Klangbild.

Sebastian Sturm wuchs als Sohn einer indonesischen Mutter und eines deutschen Vaters im Dreiländereck Holland, Belgien und Deutschland auf. Er gründete mit 14 seine erste Punkband, entdeckte aber immer mehr seine Liebe zum Reggae. Mit dem Ende 2011 erschienen dritten Silberling „Get Up & Get Going“ bleibt er seinem Stil treu, presst jedoch mit neuer Bandformation frische Ideen in die Rille. Die auf der Platte gebotene Vielfalt wider die Eintönigkeit wird nicht nur Reggae-Liebhaber erfreuen.

Der Frühling kann kommen!

von Jan Bosch

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