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Marburg Forscher untersuchen Kurse für Blinde
Marburg Forscher untersuchen Kurse für Blinde
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19:52 03.12.2018
Für Blinde gibt es viele Hilfsmittel wie auf unserem Bild. Die Kursangebote der Volkshochschulen für Blinde werden von Marburger Erziehungswissenschaftlern erforscht.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Ein neues Projekt der Marburger Erziehungswissenschaftler soll die Weiterbildung an Volkshochschulen für Menschen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung verbessern. Das teilte jetzt die Marburger Uni-Pressestelle mit.

Das Erlernen einer neuen Sprache, das Kennenlernen neuer Länder und Kulturen oder das Diskutieren gesellschaftlicher Themen: Volkshochschulen nehmen eine zentrale Rolle in der Erwachsenenbildung ein, heißt es in der Pressemitteilung.
Welche Erfahrungen machen
Blinde und Sehbehinderte?

Aber welche Erfahrungen machen Blinde und Sehbehinderte, wenn sie an Weiterbildung teilnehmen möchten? Ist ein barrierefreier Zugang überhaupt vorhanden? Diesen Fragen widmet sich eine Online-Erhebung, die im Projekt „Qualifizierung für eine inklusive, allgemeine Erwachsenenbildung am Beispiel von Blindheit und Sehbeeinträchtigung – iQ_EB“ am Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg gestartet ist. Die Befragung richtet sich an Blinde oder Sehbehinderte und wird bis Januar 2019 durchgeführt.

„Lebenslanges Lernen und kontinuierliche Weiterqualifikation sind Grundvoraussetzungen, um mit den gesellschaftlichen Veränderungen Schritt halten zu können“, sagt Professor Wolfgang Seitter vom Institut für Erziehungswissenschaft, der das Projekt innerhalb des Arbeitsbereichs Erwachsenenbildung gemeinsam mit Dr. Sabine Lauber-Pohle leitet.

In dem Projekt wird untersucht, wie inklusiv die Angebote der Volkshochschulen sind und was getan werden muss, um die Chancen von Menschen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung in diesem Bereich zu verbessern. Die aus der Online-Befragung gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Konzeption von Fortbildungsreihen der Volkshochschulen für Dozenten einfließen.

Weiterbildung als zentraler Aspekt

Zudem sollen sie Einblicke in das Weiterbildungsverhalten von Menschen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung in Deutschland geben.
Es gibt Erhebungen an hessischen Volkshochschulen sowie Einzelinterviews mit Erwachsenen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung. Unterstützung erhalten die Projektbeteiligten dabei von mehreren Kooperationspartnern.

„Weiterbildung ist ein zentraler Aspekt für soziale und gesellschaftliche Teilhabe, sowohl in beruflicher als auch in persönlicher Hinsicht“, sagt Lauber-Pohle. „Wir müssen jetzt die Zeichen für eine inklusive, auf den ganzen Lebenslauf bezogene Bildung setzen. Dazu gehört auch, mögliche Barrieren aufzuspüren und durch die Sensibilisierung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte abzubauen.“

Im Arbeitsbereich Erwachsenenbildung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Marburg wird seit mehreren Jahren zum Thema Blindheit und Sehbeeinträchtigung im Erwachsenenalter geforscht. Am Institut werden zwei Weiterbildungsangebote zur Blinden- und Sehbehindertenpädagogik koordiniert, die gemeinsam mit der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) in Marburg entwickelt wurden.
Das aktuelle Projekt läuft bis 2020 und wird vom Bundesforschungsministerium mit 682 000 Euro gefördert.