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Marburg Start-Up testet die "Sportbox" in Marburg
Marburg Start-Up testet die "Sportbox" in Marburg
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00:18 17.09.2018
Leon van Dijk hatte die Idee für die Sportbox mit den diversen Trainingsutensilien, die in Marburg getestet wird. Quelle: Katja Peters
Marburg

„Es sieht so toll einfach aus“, sagte Stadträtin Kirsten Dinnebier und schaute bewundernd auf die vielen Leute, die im offenen Sportpark am Georg-Gaßmann-Stadion kürzlich die neue Sportbox einweihten. Ein kleiner grauer Kasten, der per App zu öffnen ist und in dem sich etliche Utensilien für ein funktionelles Training unter freiem Himmel befinden.

Das Start-up-Unternehmen „Sportbox – App and move“ aus Frankfurt hatte alle Städte in Deutschland angeschrieben und seine Idee vorgestellt. Marburg und Duisburg meldeten sich als erste zurück und sind jetzt Teststädte des neuen Trends, der in Amerika und Asien längst Einzug gehalten hat. Dort wird an Stränden, in Parks und auf anderen Grünflächen trainiert.

Leon van Dijk und seine beiden Cousins hatten die Idee bei einer Familienfeier und ließen sie innerhalb eines Jahres Realität werden. „Ziel ist es, dass unsere Boxen in Städten in fünfzehn Minuten zu erreichen sind“, erklärte der sportbegeisterte Niederländer bei dem Eröffnungsevent im Marburger Gaßmann-Stadion. Zu dem waren auch Vertreter der Gemeinde Lahntal gekommen, um sich über die Neuheit umfassend zu informieren.

Monatsabo für 12 Trainings

In der gesicherten Sportbox steckt alles, was der Freizeitsportler für ein Funktionstraining benötigt: unterschiedlich schwere Kugelhanteln, zwei Fitness-Seile, diverse Therabänder, Springseile und Yogamatten. Unten in der Ecke sind sogar Ladekabel für Smartphones. „Dann können die Nutzer während des Aufladens sogar noch Musik hören“, sagte Leon van Dijk mit einem Augenzwinkern. Der Strom wird über eine kleine Solaranlage produziert, so dass die Box völlig autark ist.

Laute Musik gab es auch beim Eröffnungsevent in Marburg. Zwei Trainer von der Move-Sportwelt konnte der Unternehmer gewinnen, die den etwa 30 Interessierten die Geräte und die dementsprechenden Übungen vorstellten. Das alles gibt es auch in der App zum Nachlesen. Fotos veranschaulichen derzeit jede Übung, später sollen diese durch Videos ersetzt werden. Weiterhin ist geplant, bei Bedarf einen Personal Trainer zubuchen zu können, der dann die Anleitung übernimmt. „Das macht sowohl für Gruppen als auch für Individualtrainings Sinn“, ist Leon van Dijk überzeugt. Denn es spielt keine Rolle, wie viele Sportler die Utensilien während des gebuchten Zeitfensters nutzen. Es reicht, wenn einer bucht.

Im Moment muss dieses noch sechs Stunden im Voraus geschehen. Nach der Testphase wird es diesbezüglich mehr Flexibilität geben. Ebenso, was den Anmeldemodus betrifft. Nach dem Download der App muss sich der Nutzer registrieren und mit seinem Personalausweis verifizieren. Nach Anmeldung und Freigabe kann er für 3,33 Euro die Utensilien eine Stunde nutzen. Steht er vor der Box, wird diese über die App mit einem Klick auf dem Bildschirm geöffnet. „Dazu ist keine Internetverbindung notwendig, das passiert über Bluetooth“, so der Unternehmer. Das Monatsabo kostet derzeit 12,99 Euro. Damit kann die Box zwölf Mal im Monat, höchstens aber drei Mal pro Woche, genutzt werden.

"Erklärungsaufwand in Deutschland ist viel höher."

Leon van Dijk und seine Geschäftspartner sind von ihrer Idee überzeugt, wollen sie in ganz Deutschland vermarkten. Im Moment suchen sie einen Investor, deswegen die umfangreiche Testphase, die noch bis Ende Oktober andauert. Die Resonanz ist positiv. „Die Frequenz der Nutzung könnte aber höher sein“, beäugt der Unternehmer durchaus kritisch die Entwicklung bis heute. Er stellte auf Geschäftsreisen in die ganze Welt fest, dass das Smartphone in anderen Ländern viel unkomplizierter genutzt wird: „Der Erklärungsaufwand in Deutschland ist viel höher.“

Kirsten Dinnebier jedenfalls ist begeistert von der Sportbox. Als die Anfrage für die Testphase kam, hat Marburg sofort zugesagt. „Es ist eine wunderbare Ergänzung zu unserem offenen Sportpark. Man kann unabhängig, unter freiem Himmel, mit und ohne Anleitung trainieren“, so die Stadträtin, die schon weitere Standorte im Kopf hat, sollte sich die Idee durchsetzen. Und auch Felix Asmus, der beim Eröffnungsevent im Gaßmann-Stadion dabei war, findet die Sportbox „cool. Trainieren im Studio macht jeder und das ist ja auch wieder im geschlossenen Raum.“

von Katja Peters

Am Samstag, 15. September, ab 15 Uhr wird die Sportbox ein weiteres Mal im Gaßmann-Stadion in Marburg vorgestellt.