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„Finsterau“ basiert auch auf realem Fall

Andrea Maria Schenkel liest „Finsterau“ basiert auch auf realem Fall

Ihr Debütroman „Tannöd“ räumte gleich vier renommierte Krimi-Preise ab, wurde verfilmt, in 20 Sprachen übersetzt und über eine Million Mal verkauft. Mit ihrem vierten Buch „Finsterau“ war Andrea Maria Schenkel zu Gast beim Krimifestival.

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Andrea Maria Schenkel.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Wieder ist es ein ungeklärter Mordfall, aus dem Andrea Maria Schenkel einen Kriminalroman gemacht hat. Wie in „Tannöd“ spielt sich auch in „Finsterau“ eine Geschichte ab, die auf realen Ereignissen beruht. In diesem Fall auf dem Mord an einer jungen Frau und ihrem Kind. Eine kleine Notiz in einem Zeitungsarchiv hatte ihre Neugier geweckt, erzählte die Autorin den rund 80 Gästen der Lesung am Donnerstagabend im TTZ: Ein Mann wurde beschuldigt, seine Tochter und seinen Enkel umgebracht zu haben.

Nach „Tannöd“ habe sie sich zunächst dagegen entschieden, diesen Stoff umzusetzen, aber er sei weiter in ihrem Kopf herumgegeistert. Als sie sich dann doch daran machte, sei es leider nicht möglich gewesen, mehr über den authentischen Fall herauszubekommen. Also habe sie sich gedacht: „Dann mach ich mir mei G‘schichte selber“, so Schenkel. Dass sie die Figuren ihrer G’schichte in deren Dialekt zum Leben erweckte, verlieh der Lesung eine besondere Atmosphäre.

Eigentlich habe sich der Fall gar nicht in Bayern ereignet, erfuhren die Zuhörer in Marburg. Aber Andrea Maria Schenkel hat ihn in ein kleines Dorf im Bayrischen Wald verlegt, nach Finsterau eben. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: einmal 1947, als das Verbrechen geschah, und einmal 1965, als eine neue Spur schließlich zu dessen Aufklärung führt. Die Zeit zwischen den Weltkriegen scheine sie zu faszinieren, sagt die Autorin.

Und ihr neuestes Werk, an dem sie derzeit arbeitet, wird ebenfalls in der Vergangenheit, nämlich im Jahr 1922 spielen.Auch wenn nicht viel über den zugrunde liegenden Fall zu erfahren war und das Buch eher schmal ausschaue, bedeute ihre Arbeit viel Recherche in alle möglichen Richtungen, erklärte Andrea Maria Schenkel.

Dazu gehört auch, zu überprüfen, welche Sprache zu der Zeit gesprochen wurde, als der Roman spielt; ob bestimmte Worte so existiert haben. Was sie für die eigene Muttersprache sensibilisiere, das seien ihre häufigen Aufenthalte in den USA. Die machen sie hellhöriger für das Deutsche und das Bayrische. „Es ist unheimlich inspirierend, wenn ich ganz woanders bin“, so die Autorin.

von Nadja Schwarzwäller

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