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Marburg Finanzierungsprobleme beim Wunschprojekt
Marburg Finanzierungsprobleme beim Wunschprojekt
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00:17 13.01.2019
Das Gebäude des Fachbereichs Biologie genügt nicht mehr den Ansprüchen der Energieeffizienz. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Auf der Prioritätenliste der Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause belegt ein Neubau für den Fachbereich Biologie Platz 1. Doch für ein solches Großprojekt reicht die Finanzierung im aktuellen Hochschulbauförderprogramm „Heureka“ nicht aus.

Dabei ist ein Neubau für das Gebäude nicht nur aus Sicht der Präsidentin dringend notwendig, wie sie im Gespräch mit der OP erläuterte. Das Biologie-Gebäude stammt wie der nicht mehr genutzte Altbau Chemie aus den 70er-Jahren und gehört zu den naturwissenschaftlichen Zweckbauten, die im sogenannten „Marburger Systembau“ errichtet wurden. Diese entsprechen aber längst nicht mehr den modernen Ansprüchen an die Energieeffizienz solcher Zweckbauten.

„Der Fachbereich Biologie ist eigentlich forschungsstark. Aber jetzt verzögern sich viele Neuberufungen von Professoren, weil wir ihnen Flächen für ihre­ Forschung nicht schnell genug zur Verfügung stellen können“, macht Krause das Problem deutlich.

Kosten wohl rund 120 Millionen Euro

So gebe es aus Sicht der Präsidentin die große Sorge, dass ein großer Wissenschaftsbereich leiden müsse. Im „Heureka II“-Programm der hessischen Landesregierung stehen für die Laufzeit von 2021 bis 2026 für Bauprojekte der Universität Marburg 110 Millionen Euro zur Verfügung, und damit deutlich weniger Geld als die Summe von 440 Millionen Euro aus dem ersten „Heureka“-Programm der Regierung.

Beantragt hatte die Universität  Marburg für die Zeit zwischen 2021 und 2026 unter anderem die Finanzierung für Bauprojekte mit einem Finanzvolumen von rund 300 Millionen Euro (die OP berichtete). Jetzt setzt die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause gewisse Hoffnungen auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen, in dem eine­ finanzielle Aufstockung von „Heureka II“ avisiert wird.

Alleine die Kosten für einen Neubau der Biologie hatte Krause schon im Mai 2017 gegenüber der OP auf rund 120 Millionen Euro beziffert. Auf ebenso groß hatte die Präsidentin damals die Summe geschätzt, die notwendig sei, um einen Umzug der Biologie in den nicht mehr von der Universität genutzten Altbau Chemie möglich zu machen.

Zu diesem Zweck will das Uni-Präsidium jetzt eine Studie in Auftrag geben, die prüft, ob man den Fachbereich Biologie so in dem denkmalgeschützten alten Chemie-Gebäude unterbringen­ kann, dass die Nutzung für die Wissenschaft mit den Belangen des Denkmalschutzes vereinbart werden kann. Wenn die Studie vorläge, dann werde sie Uni-intern ausgewertet, aber sie soll nicht öffentlich vorgestellt werden, betonte Krause.

von Manfred Hitzeroth