Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Filmkameras statt Schaufelbagger

Dreharbeiten Filmkameras statt Schaufelbagger

Wo sonst mit schwerem Gerät Basalt abgebaut wird, herrscht seit einigen Tagen Betriebsamkeit der anderen Art: Der Steinbruch ist zur Filmkulisse geworden.

Voriger Artikel
Breite Zustimmung für das Breitband-Netz
Nächster Artikel
„Klug mit uns, der Zeit und der Natur umgehen“

Die Darsteller von „V8 – Du willst der Beste sein“ mit Regisseur Joachim Masannek (Mitte).Foto: Tobias Hirsch

Homberg/Ohm. Tiefe Schluchten begrenzen bei Homberg eine Mondlandschaft auf einer Fläche von 160 Fußballfeldern. Die Luft ist trocken zwischen den zerklüfteten Felsen. Immer wieder wirbelt der Wind Staub auf. Statt dem Lärm der Lastwagen, die sonst hier Basalt abtransportieren, dröhnten gestern Kart-Motoren und Regieanweisungen durch den Steinbruch bei Homberg/Ohm. Statt schwerer Bergbau-Maschinen wuselt ein bis zu 120-köpfiges Team durch die Felsen. Filmemacher Joachim Masannek, bekanntgeworden durch die „Wilde Kerle“-Reihe, arbeitet dort noch bis Montag an seiner neusten Produktion „V8 - Du willst der Beste sein“. Und wieder dreht sich im Film wie auch am Set alles um Kinder. „Es ist die Zeit, in der es noch Abenteuer gibt“, umschreibt der 52-jährige Regisseur seine Faszination für Jugendstoffe. „Kinder wollen erwachsen werden und keine Kinder sein. Darum geht es in den ‚Wilden Kerlen‘ und auch bei V8.“

„Dass man alleine eine Zeit gut auskommt aber auf Dauer nicht überleben kann“, sagte Nick Romeo Reimann über den Inhalt der Geschichte. Für den 14-Jährigen ist es nicht der erste Film und die Arbeit „eigentlich langweilig“, scherzte er. Denn der Alltag am Set besteht auch viel aus Warten, in der Maske oder auf die nächste Einstellung. Zeit die auch zum Lernen verwendet wird. „Es gibt ein ganzes Team von Leuten, die sich intensiv um die Kinder kümmern“, sagte Produzent Christian Becker.

Dazu gehören auch Pädagogen und Lehrer. „Auf der einen Seite ist das natürlich eine Traumwelt“, sagte Klaus Jakob über seinen Sohn Samuel, der eine der Hauptrollen spielt. „Aber es gibt auch eine normale und die heißt ab Dienstag wieder Schule und Alltag zu Hause.“

Der Basaltsteinbruch ist bereits zum zweiten Mal Kulisse für einen Film. In den 60er Jahren wurden Szenen von „Der Tod im roten Jaguar“, ein Teil der „Jerry Cotton“-Serie, dort gedreht. „Ein Scout ist über einen alten Fernsehbericht auf das Gelände aufmerksam geworden“, sagte Dirk Menninger, technischer Geschäftsführer des Steinbruch-Betreibers. So sei der Stein ins Rollen gekommen.

Zehn Tage vor dem Start der eigentlichen Dreharbeiten rückten die ersten Bühnenbauer an. „Es ist ein verrückter Aufwand, der für so einen Film betrieben wird“, meinte Menninger. Löcher mussten in den Steinuntergrund gebohrt und Felsen bemalt werden. Noch in der Nacht vor dem Drehbeginn wurde fieberhaft an den Kulissen gearbeitet. Unterm Strich dauert es einen gesamten Tag bis zwei oder drei Minuten für den eigentlichen Film im Kasten sind - auch, weil die Kinder maximal acht Stunden täglich vor der Kamera stehen dürfen.

Der Film handelt von vier völlig unterschiedliche Kindern und dem Traum von Geschwindigkeit und Abenteuer. „Die Burg“ ist ein Rennzirkus für Kinder - ebenso legendär wie spannend. Dem Mythos nach sind daraus alle Weltmeister der Renngeschichte hervorgegangen und eine Einladung ist das Ziel für alle Racing-Kids. Auch für die vier Hauptfiguren Robin David, Luca und Kiki. Bevor sie ihre Chance erhalten, müssen sie ihr Können gegen ein gegnerisches Team unter Beweis stellen, das alle Tricks kennt - nicht immer nur faire. Neid und Konkurrenzkampf haben keinen Platz mehr, denn sie müssen lernen für den anderen einzustehen.

von Andreas Arlt

Voriger Artikel
Nächster Artikel