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Marburg Film als Experiment
Marburg Film als Experiment
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20:26 16.12.2011
Robert Wilde sprach voll Enthusiasmus über seinen Film „Jonas“, in dem Christian Ulmen in die Rolle eines 18-jährigen Schülers schlüpft. Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Für seinem Film „Jonas“ hat er die Kunstfigur Jonas geschaffen. Gespielt vom 36-jährigen Christian Ulmen, den die Maske in einen 18-Jährigen verwandelt hat.

Jonas ist schon zweimal sitzen geblieben und bekommt nun auf einer Gesamtschule in Brandenburg noch einmal die Chance, seinen Abschluss zu machen. Er ist einer, der aus der Reihe tanzt und gibt den Lehrern durch sein Verhalten auch immer wieder kritische Denkanstöße.

Schauspieler Christian Ulmen braucht dabei keine Witze zu reißen und ist trotzdem lustig. Aber die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. So sind viele witzige Szenen im Film auch ohne Jonas‘ Einfluss entstanden.

Doch „Jonas“ ist nicht nur eine „emotionale Reise zurück in die Schule“, wie Regisseur Robert Wilde meint, sondern auch ein soziales Experiment. Wie verhalten sich Lehrer und Schüler, wenn sie wissen, dass dieser Mensch nur ein Schauspieler ist, der so tut, als sei er es nicht? Sechs Wochen lang fiel Ulmen fast nicht aus seiner Rolle, ließ sich sogar vom Filmteam mit „Jonas“ anreden, erzählt Regisseur Robert Wilde nach dem Film.

Der Überraschungsgast scheint dem Publikum gerade recht zu kommen, denn die Zuschauer haben viele Fragen. „Am Anfang war es schwierig“, erzählt Wilde. „Er saß tagelang in der Klasse und hat einfach mitgemacht. Wenn er versucht hat, Scherze mit den Schülern zu machen, haben sie ihn abblitzen lassen“, erinnert sich der Regisseur. Aber nach einer Woche war Jonas in die Klassengemeinschaft integriert.

von Freya Altmüller

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