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Feuriger Tango und Orgelchoral

Konzert Feuriger Tango und Orgelchoral

Die vier Vollblutmusiker von "Quadro Nuevo" sorgten bei ihrem Benefizkonzert für "Frauen helfen Frauen" dafür, dass der Eckelshäuser Glaspavillon Velte mit 300 Besuchern ausverkauft war.

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Quadro Nuevo gab ein Benefizkonzert im Glaspavillon Velte in Eckelshausen.

Quelle: Michael Arndt

Eckelshausen . Vor zwei Jahren hatten "Quadro Nuevo" in Biedenkopf das Publikum beim Jahresabschlusskonzert der Eckelshausener Musiktage mit einer Tango-Revue begeistert - und den Wunsch genährt, die vier möglichst bald wieder zu hören. Dieser Wunsch ging am Sonntag in Erfüllung, als das Quartett in den Glaspavillon Velte kam.Ein Mitglied des Ensembles war diesmal nicht dabei: Gitarrist Robert Wolf war vor einem Jahr unverschuldet in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. In der Zeit seiner Genesung spielt die Harfenistin Evelyn Huber. Kopf des Quartetts ist Mulo Francel, der geniale Meister der Klarinetten und Saxofone. Das Herz von "Quadro Nuevo" schlägt bei Andreas Hinterseher, der fast immer mit geschlossenen Augen hineinhört in sein Akkordeon und ihm, wie auch dem geblasenen Vibrandoneon, einen atemberaubenden Farbenreichtum entlockt. So ganz nebenbei erfuhren die 300 Zuhörer, dass Francel am Tag zuvor in Nürnberg einen Teil seiner Instrumente im Hotel hatte stehen lassen. Zum Glück fand sich in Eckelshausen ein Saxofonsammler, der Francel aushalf. Wer ein durchweg besinnliches Programm erwartet hatte, kam erst im zweiten Teil des fast dreistündigen Konzertes voll auf seine Kosten, als Weihnachtslieder wie "Stille Nacht" oder "Süßer die Glocken nie klingen" erklangen. Denn vor der Pause kontrastierten "Quadro Nuevo" die Gesänge zum Fest der Feste mit einem feurigen Tango, einem orientalisch angehauchten Querschnitt aus ihrer CD "Antakya" und einem Ausschnitt aus einem neuen Projekt: der "Vertonung von Gewürzen". Höhepunkt war jenes Lied, das "Quadro Nuevo" laut Francel dazu gebracht hat, überhaupt ein Weihnachtsprogramm zu komponieren: "Die dunkle Nacht ist nun dahin", das der Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld während des 30-jährigen Krieges geschrieben hat. Zunächst spielte D.D. Lowka die Choralmelodie auf dem Kontrabass, assistiert von Hubers ätherischen Harfenklängen, bevor Francel auf der Kontrabassklarinette und Hinterseher auf dem Akkordeon den Klang einer großen Orgel erzeugten - überwältigend!Der Erlös des Konzertes wie auch der aus dem Verkauf von Papier-Schutzengeln, die Annemarie Gottfried gefertigt hat, fließt an den Freundeskreis "Frauen helfen Frauen". Er will damit unter anderem eine Fachkraft für musikalische Früherziehung im Marburger Frauenhaus finanzieren.
von Michael Arndt

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