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Marburg Feinste Unterhaltung mit frechen Reimen
Marburg Feinste Unterhaltung mit frechen Reimen
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21:43 25.01.2012
Wie kleidsam doch Gardinen sein können: Carsten Beckmann im schrillen Satin, Jürgen Helmut Keuchel (von links), Peter Rollenske und Stefan A. Piskorz tragen es mit Fassung. Quelle: Ines Dietrich

Marburg. Wenn es jemand mit Bravour schafft, Lyrik von Brecht, Schwitters, Ringelnatz, Bukowski und Rilke unter einen Hut zu bringen, dann ist die „Marburger Lyrikkompanie“ am Werk. Mit ihrem neuen Programm „Mal süß, mal bitter“ beweisen die vier Künstler einmal mehr, dass Lyrik kurzweilig, unterhaltsam und manchmal zum Brüllen komisch sein kann. Und dass zweieinhalb Stunden fast zu kurz sind – die Zuschauer jedenfalls hätten den Genuss gerne noch verlängert.

„Also, wir wollen jetzt jedenfalls nach Hause“, bremst Jürgen Helmut Keuchel das begeistert applaudierende Publikum, legt dann gemeinsam mit seinen Kollegen Carsten Beckmann, Stefan A. Piskorz und Peter Rollenske mit „Der Priem“ zur allgemeinen Freude noch einmal nach. Und während sie „den Kautabak, den Kautabak, ein kleines Stückchen Kautabak von der Firma Eckenbrecht aus Kiel“ mit Wonne schmettern, liegt die Vermutung nahe, dass Kurt Tucholsky von der Interpretation der Lyrikkompanie sehr wahrscheinlich hingerissen wäre.

Hingerissen sind auf jeden Fall die Zuschauer im Szenario vom Einfallsreichtum des Quartetts, das sich nicht damit begnügt, die ausgewählten Gedichte zu Höhen und Tiefen, die das Leben zu bieten hat, bloß zu rezitieren. Nein, es wird lustvoll gesungen, musiziert und geschauspielert.

Die „Marburger Lyrikkompanie“ gastiert mit ihrem Programm „Mal süß, mal bitter“ am Samstag, 28. Januar, ab 20 Uhr in der Tanzschule „Danceworld“ in Biedenkopf-Wallau. Am Samstag, 3. März, ist das Programm wieder im „Szenario/Auflauf“ am Marburger Steinweg zu sehen (ab 20 Uhr, Reservierungen unter 06 421 / 681 343)

von Ines Dietrich

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