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Feiernde Punks, spritzendes Bier

„Abstürzende Brieftauben“ im KFZ Feiernde Punks, spritzendes Bier

Kutten und Springerstiefel prägten am Samstagabend das Bild im Kulturladen KFZ. Punk war angesagt mit der Spaßband „Abstürzende Brieftauben“.

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Altpunk Mirco Bogumil (links) hat einen neuen Mitstreiter für das Punk-Duo „Abstürzende Brieftauben“ gefunden: den Schlagzeuger Jonny Bockmist.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Bierlaunig feiert die Marburger Punkszene „Jonny­ Bockmist“, der mit blödelnden Songs auf der Akustikklampfe­ den Anheizer gibt und das ­Niveau auf die richtige ­Höhe bringt. Danach ist Abfeiern angesagt! Die „Abstürzenden Brieftauben“, die Kultformation des deutschen Fun-Punk, tritt voll aufs Gaspedal.

Die „Abstürzenden Brieftauben“ steigen wieder auf. Die Band wurde 1983 von Mirco ­Bogumil und Konrad Kittner in Hannover gegründet. Mit Blödeltexten vom „Buckligen“ oder „Betsy“ schrammelten sie sich bis auf das Cover der „Bravo“, was in der Punkszene nicht nur positiv gesehen wurde. Nach der Auflösung 1997 und dem plötzlichen Tod von Kittner im Jahr 2006, gab es vor vier Jahren eine Neugründung.

Punkrock von der Pike auf

Mehr als drei Akkorde können sie zwar immer noch nicht, aber ihre Fans zum Feiern bringen, das beherrschen die „Brieftauben“ perfekt. Zusammen mit Oli Sauerland, alias Jonny Bockmist, geht Altpunk Bogumil so steil ab, wie vor drei Dekaden. Die richtige Mischung aus rotzigen Texten und melodischen Gitarrenriffs macht’s, nach Anstand wird hier nicht gefragt.

Die Menge ist schon beim ersten Song vollends aus dem Häuschen. Viele sind den „Brieftauben“ seit den 1990ern treu geblieben und johlen die alten Punk-Hymnen aus voller Kehle mit.

Doch die Reunion ist kein Aufwärmen alter Sachen, „Doofgesagte leben länger“ heißt das erste Studioalbum der „Brieftauben“ nach 23 Jahren. Das ist Punkrock von der Pike auf, verpackt in sechzehn knackigen Songs, von denen kaum einer die Drei-Minutengrenze überschreitet. Neben altbekannten Blödeleien, setzen Bogumil und Sauerland mit „Frauke, halt‘s Maul!“ auch politische Akzente.

Nach dem gespielten Pflichtprogramm, geht’s fröhlich weiter mit dem Wunschkonzert. Als Zugabe holen sie auf Zuruf der Fans noch ein paar alte Songs wie „Konrad K.“ aus der Schublade. Die Pogo-Wut geht weiter.

Deutschlands Spaß-Band ist zurück! Feiernde Punks und spritzendes Bier, so soll das sein bei den „Brieftauben“. Gutgelaunt grölen Fans und Band den deutschen Wutbürgern aus voller Kehle entgegen: Nie wieder Pegida!

von Jan Bosch

 
 
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