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Marburg Faszinierende Klangwelten
Marburg Faszinierende Klangwelten
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21:29 11.12.2011
Wahyu Rochewandy (links) und Agus Supriawan aus Java bereiteten mit ihren durchkomponierten Trommelstücken und humorvoller Vokalakrobatik viel Spaß. Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Im schnellen Rhythmus hechelnde Schlittenhunde, fauchende Eisbären, das Heulen arktischer Winde.

In der afrikanischen Savanne trompetende Elefanten, singende Vögel und brüllende Löwen. Im Pferdegalopp durch die Weiten der mongolischen Steppe bis an den Rand der Wüste Gobi, wo man Kamele weinen hört. Im Dschungel auf Java streitende Affen.

Eine einmalige, unglaublich faszinierende akustische Weltreise, der es auch an Humor nicht mangelte, erlebten am Mittwochabend 550 begeisterte Besucher in der Stadthalle beim Klangwelten-Jubiläumskonzert. Die Innuitfrauen Cynthia Pitsiulak und Annie Aningmiuq von der kanadischen Hudson Bay, die Trommelkünstler Wahyu Rochewandy und Agus Supriawan aus Indonesien und der indische Tablameister Jatinder Thakur entführten in fremde Klangwelten.

Dazu bei trug auch Enkh Jargal, der sympathische Pferdegeigenspieler und Sänger über fünf Oktaven, der sich über die Jahre zum Publikumsliebling und ersten mongolischen Rapper entwickelt hat.

Park Stickney, der führende Jazzharfenist aus New York, der schon öfter in Marburg war, und als einziger Neuling Terrence Ngassa, der als bester Jazztrompeter Afrikas geltende Kameruner, der über eine atemberaubende Spieltechnik und zudem eine ausdrucksstarke Stimme verfügt, rundeten das Star-Aufgebot ab.

Zusammengestellt hatte es Harfenist Rüdiger Oppermann, Globetrotter, begnadeter Arrangeur und Erfinder der „Klangwelten“. Oppermann hat übrigens den Begriff Weltmusik eingeführt. Er freute und wunderte sich, als er am Mittwochabend in Marburg auf der Bühne der Stadthalle stand, wo vor 24 Jahren das allererste Klangweltenkonzert stattfand, dass es dieses Musikprojekt immer noch gibt. Gewohnt humorvoll und kenntnisreich stellte er Musiker, Instrumente und Spielweisen vor.

Alle durften ihren jeweiligen Stil in Reinform vorführen, Oppermann selbst spielte diesmal kein Solostück, weil sich im nächsten Jahr alles um seine Musik drehen soll. Allerdings erklangen seine Kompositionen wie „Ocean love“, „Stream of gold“ oder das schon 25 Jahre alte, zum beliebten Schlussstück gewordene „Karawane“, das sich jedes Mal anders anhört in den wechselnden Besetzungen der Festival-Ensembles.

Zum Jubiläum ist ein Buch mit fünf CDs und DVD erschienen. Erhältlich ist es über www.klangwelten.com.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.