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Faszinierend fremdartige Ansichten

Fotokunst Faszinierend fremdartige Ansichten

Kürzlich wurde im Arbeitsgericht eine ganz spezielle Kunstausstellung eröffnet: Günther Zucchi zeigt dort Werke seiner Fotografie-Methode.

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Günter Zucchi vor zweien seiner Bilder im Arbeitsgericht.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Mehr als 120 Menschen drängten sich zur Vernissage im Verhandlungssaal des Arbeitsgerichts und im Flur davor. Es war jedoch keine besonders spektakuläre Verhandlung, auf die sie voller Spannung warteten, sondern die Eröffnung einer neuen Kunstaussstellung mit einer speziellen Art von Fotografie: „Handygrafien" von Günter Zucchi.

Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle eröffnete den Abend in seiner berühmten, höchst unterhaltsamen Art. Nach einer kleinen Reise durch die Entwicklung der Grafik und der Fotografie sprach er unter anderem über Platons Unterscheidung zwischen klinischem und schöpferischem Wahnsinn.

Zucchi sei allerdings höchstens ein bisschen verrückt, ein bisschen Außenseiter, nicht wahnsinnig, und entspreche also gar nicht dem romantischen Bild vom „versoffenen Bohemien". Es seien Zucchis Bilder, die an- und aufregten, eine Art Vermischung von Fotografie und Grafik, die zu magischen Bilderlebnissen mit ganz eigenartigen Eindrücken und Aussagen führten. Unreal scheinende Bilder mit geheimnisvoll leuchtendem Wasser der Lahn, in denen einzelne Teile wie Blätter realistisch aussehen, wie auf glühenden Kohlen liegend wirkendes Obst oder fremdartige Ansichten Marburgs seien darunter. Dabei seien diese Handygrafien fast alle ohne Nachbearbeitung am Computer, lediglich durch Nutzung von Funktionen eines Fotohandys entstanden.

Günter Zucchi wurde 1942 in Masuren (Ostpreußen) geboren, wuchs in Kassel auf und lebt seit 1962 in Marburg. Der Sonderschullehrer gewann bei zahlreichen Fotowettbewerben, unter anderem dem OP-Leserwettbewerb „Blende", hatte bisher vier Ausstellungen und mehr als 700 Veröffentlichungen in Zusammenarbeit mit Bildagenturen.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Samstag in der gedruckten OP.

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