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Faszination Ton: „Nacht der Stimmen“

Faszination für A-cappella-Musik Faszination Ton: „Nacht der Stimmen“

Begeistert setzten sich an Himmelfahrt 850 Marburger Musikfans einem gut fünfstündigen Vokal-Marathon aus. Wobei: Mehrkampf verschiedenster Disziplinen, sollte man wohl eher sagen, aber allesamt sehr angenehm und beglückend.

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Das „Canticum Antiquum“ präsentierte Frühlings-Madrigale.

Quelle: Rainer Waldinger

Marburg. Eine geradezu ungläubige Faszination für A-cappella-Musik erfasste die Zuhörer, wenn die Akteure leidenschaftlich loslegten: stampfender Rhythmus wirbelt durch den Raum, es zischt und wumst und kracht. Man wähnt sich auf der Love Parade oder in einer Drum’n’Bass-Disco. Einfach unglaublich, dass man solche Laute mit der Stimme erzeugen kann!

Die beeindruckendsten Geräusche kamen von Beatboxer Indra Tedjasukmana und Andy Frost, die bei den Bands „Sonic Suite“ und „The Magnets“ jeweils die Rolle des Schlagzeugs innehaben und nur durch ihre Stimme sämtliche Perkussionsinstrumente oder auch elektrische Sounds ersetzen. Sie legten grandiose, umjubelte Soli hin und wurden die Publikumsliebling des Abends.

Aber von vorne: Eine verdrießliche Premiere war es, dass es das Wetter im zweiten Jahr in Folge nicht gut mit den Marburgern meinte. Wegen gefühlter Wintertemperaturen verlegte man die 18. „Nacht der Stimmen“ lieber nach drinnen in die Halle des Georg-Gaßmann-Stadions. Etwas von dem angestrebten Festivalcharakter ging dadurch schon verloren.

Zu leiden hatte darunter der erste Programmpunkt, der Marburger Chor „Canticum Antiquum“ unter Leitung von Brigitte Krey. Die 25 Sängerinnen und Sänger präsentierten sehr schöne Frühlings-Madrigale der europäischen Renaissance in passender Gewandung. Klar und gravitätisch, aber trotzdem leicht waren die Lieder über die frühlingshafte Natur, die Nachtigall und die erwachende Liebe.

Die drei folgenden Bands machten einen Zeitsprung von etwa 400 Jahren und hatten daher mit dem Chor musikalisch wirklich nur das Prädikat „a cappella“ gemeinsam.

Die „Magnets“, die schon mit Robbie Williams und Tom Jones aufgetreten sind, sangen sich zum Abschluss quer durch das Alphabet – 26 Songs in 6 Minuten!
Die sechs smarten Männer überzeugten mit Covern verschiedenster Rock- und Popsongs von Lady Gaga bis Michael Jackson und zelebrierten ihr Boy-Group-Appeal – selbstredend selbstironisch. Der Name ist da wirklich Programm, denn ihrer Anziehungskraft konnte das Publikum nicht widerstehen.

von Katrin Bäuerle

Mehr lesen Sie in der gedruckten OP.

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