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Marburg Fans tauchen ein in die Welt von Dr. Who
Marburg Fans tauchen ein in die Welt von Dr. Who
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18:26 26.08.2014
Warten mit Fes: Noah Gerhards und Manuel Kockr freuen sich auf die Staffelpremiere. Was die Kopfbedeckung mit der Science-Fiction-Serie zu tun hat, weiß man nur als Dr.-Who-Fan.Foto: Hergenhan
Marburg

Auch als „Timelord“, also Angehöriger einer uralten Rasse außerirdischer Zeitreisender, hat man es nicht immer leicht. Gerade ist er durch Reinkarnation knapp dem Tod entgangen, da muss „Der Doktor“ feststellen, dass er zum einen alles andere als jünger geworden ist und obendrein jetzt einen schottischen Akzent hat.

Ist das irritierend? Ja?. Dann willkommen im Klub. Wer bei der britischen Kultproduktion im Capitol in die achte Staffel startete und wirklich durchblicken will, der sollte von vorne anfangen. Doch dabei stoßen viele Fans allerdings bereits auf erste Hürden. Denn die Anfänge von Dr. Who reichen zurück in das Jahr 1963 und nicht alle Folgen sind bequem verfügbar. Gesehen wurde die Kultserie damals vor allem im Vereinten Königreich, wo sie bis heute produziert wird. Die Dr.-Who-Fans dieser Zeit waren eine treue, aber überschaubare Fangemeinde. Dieses Konzept trug aus Sicht des Senders BBC nur bis in das Jahr 1989 - dann kam das Ende. Vorerst zumindest. Denn so wie sich der Doktor in unregelmäßigem Abstand erneuert, so kehrte auch die Serie 2005 überraschend zurück. Im neuen Jahrtausend angekommen war das eigenwillige Format mit Nerd-Elementen und viel britischem Humor leichter zu vermarkten. Zu den 26 Staffeln des 20. Jahrhunderts kamen acht neue hinzu, so dass die Zahl der Episoden mittlerweile auf über 800 angestiegen ist.

TV-Serie kommt für zwei Tage auf die Kinoleinwand

Von den mit kleinem Budget gedrehten klassischen Folgen sind rund 100 Episoden verschollen und auch der Rest ist zumindest in deutscher Sprache kaum zu bekommen. Daher kennen viele Besucherinnen und Besucher der Staffelpremiere lediglich die neuen Folgen. „Klar hat man auch in die alten reingeschaut, aber das ist halt noch etwas ganz Anderes“, so Simon Buchner. Durch den Prozess der Reinkarnation, können die Produzenten in beliebigen Abständen den Hauptdarsteller ersetzen, das mag auch bei Vertragsverhandlungen helfen. In der 8. Staffel spielt nun David Capaldi den Timelord.

Insgesamt sahen rund 190 Zuschauer am Samstag dem Doktor und seinen teils menschlichen, teils außerirdischen Mitstreitern dabei zu, wie sie sich um Dinosaurier im London des 19. Jahrhunderts kümmerten und gegen in der Vergangenheit gestrandete Roboter kämpften.

„Insgesamt hat es uns zwar schon gefallen, aber in letzter Zeit wurde es doch ein bisschen arg albern“, urteilten etwa Anna Ho und Monique Richards, die in den USA studieren und für ein Jahr nach Deutschland gekommen sind. Beide erfüllen ein bisschen das Klischee des typischen Dr.-Who-Fans mit Studienabschlüssen in Mikrobiologie und Physik.

Obwohl vereinzelte Experimente in der deutschen TV-Landschaft abseits von Bezahlsendern bislang keinen dauerhaften Erfolg hatten, begeistert die Serie auch jüngere Zuschauer. „Wir haben alle neuen Folgen im Original gesehen, das kommt auf Englisch sowieso besser rüber,“ stellen die beiden frisch gebackenen Abiturienten Noah Gerhards und Manuel Kockr fest. Ob David Capaldi an den Erfolg anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Er ist der 12. Doktor, wobei die ersten drei Darsteller mittlerweile verstorben sind. Ganz so schlecht ist das mit der Reinkarnation also vielleicht doch nicht.

Dr. Who ist am Freitag, 29. August, ab 22.45 Uhr noch einmal im Capitol zu sehen.

von Marcus Hergenhan

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