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Marburg Fahrplan-App erhöht Zufriedenheit
Marburg Fahrplan-App erhöht Zufriedenheit
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00:18 01.03.2019
Mit der Fahrplan-App sind die Fahrgäste der Marburger Busse ­immer up to date. Sie zeigt minutengenau an, wann der Bus die Haltestelle erreicht. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Der Name klingt etwas kompliziert, aber der Service stimmt. Die Fahrplan-App DyFIS©Talk der Stadtwerke Marburg ist vor allem für Sehbehinderte und Blinde ein Gewinn. Denn über die Sprachfunktion der Smartphones kann die App problemlos gesteuert werden. Mit der Einführung im Jahr 2016 gab es 50 Test­anwender der Blindenstudienanstalt (Blista), die regelmäßig Rückmeldung an die Stadtwerke gegeben haben. „Die ­waren durchaus sehr positiv“, resümiert Projektleiter Robby Jahnke, der noch immer in regelmäßigem Kontakt sowohl mit der Blista als auch mit den ­Entwicklern von Lomino steht, die nach wie vor die komplette ­Administration vornehmen.

Mittlerweile sind 8 000 Apps installiert worden – laut den Stadtwerken fallen darunter auch die Installationen in anderen Städten wie Lübeck und Kiel. Sie zeigen in Marburg die Ankunft der Busse an allen Haltestellen an, sowohl die von den Bussen der Stadtwerke als auch die von Bussen von Dienstleistern des Landkreises. Wobei bei den städtischen Fahrzeugen ­immer die Ist-Zeit angezeigt wird, bei den anderen ist es die Soll-Zeit, also die Uhrzeit, die auch in den Fahrplänen steht. „Wir arbeiten daran, dass auch hier irgendwann die Ist-Zeiten stehen“, verrät Robby Jahnke.

Bundesweit haben insgesamt schon drei Städte das dynamische Fahrgastinformationssystem eingeführt. Neben Marburg noch der Stadtverkehr Lübeck und die Kieler Verkehrsgesellschaft. Mit Monheim und der Verkehrsgesellschaft Suhl/Zehla-Melis gibt es noch zwei Projektanwender. Christoph Rau, Geschäftsführer der Stadtwerke Consult, freut sich über das Interesse an der App, für die Marburg eine Vorreiterrolle inne hat. „Durch die App und die 55 Anzeiger im Innenstadtgebiet sind unsere Fahrgäste immer ­informiert, wann ein Bus die Haltestelle erreicht“, erklärt er.

Auch die Anzeiger sind barrierefrei und mit einem Peilton ausgestattet, so dass Blinde und Sehbehinderte den Knopf leicht finden können und dann per Sprache informiert werden. „Das ist eine enorme ­Leistung für ein Oberzentrum ­sowie ein hoher Kostenfaktor, sowohl für uns als auch für die Stadt Marburg“, so Christoph Rau, der noch einmal betont, dass die App selbstverständlich auch bei den Haltestellen funktioniert, wo keine Anzeiger stehen. „Das ist ein enormer Fortschritt, denn der Bus kommt gefühlt nicht mehr zu spät“, resümiert der Geschäftsführer, der sich vor allem um die technische Infrastruktur kümmert. Mit dem Wissen, dass der Bus in fünf oder zehn Minuten kommt, egal ob verspätet oder nicht, können Fahrgäste besser planen und so doch noch schnell zum Bäcker gehen.

„Die Information ist ein großer Vorteil für die Fahrgäste“, weiß Robby Jahnke. Denn das Feedback über Unpünktlichkeit ist seit der Einführung der App und dem Aufstellen der Anzeiger spürbar ­zurückgegangen. „Die Nutzer sind vor allem froh, wenn sie informiert werden, dass ein Bus ausfällt“, sagt der Projektleiter. Über die App und die Anzeiger können beispielsweise auch Störungen oder geplante Baustellen angezeigt werden.

Die Busse der Stadtwerke geben regelmäßig Informationen ab, wo sie sich befinden, damit die Ist-Zeit berechnet werden kann. Leider sind die Kabel derzeit noch nicht so robust, dass sie die alten Kopfsteinpflaster-Straßen lange überleben. „Daran müssen wir weiter arbeiten. Genau wie an der App“, weiß Robby Jahnke und ergänzt: „Das ist ein ständiger Prozess.“

Derzeit wird fleißig an der „Reisekette“ gearbeitet. Will heißen, dass Ortsunkundige Start und Ziel festlegen und die App ihnen dann die beste Verbindung anzeigt. „Schon jetzt ist die App geo-referenziert. Das heißt, dass sie per GPS die umliegenden Haltstellen anzeigt“, erklärt Christoph Rau.

  • Die App gibt es kostenlos im App Store oder bei Google Play.

von Katja Peters