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Marburg Es ist Zeit Bilanz im Leben zu ziehen
Marburg Es ist Zeit Bilanz im Leben zu ziehen
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19:37 15.06.2010
Franziska Knetsch als Buhlschaft und Manfred Gorr als Jedermann. Quelle: Hessisches Landestheater

Marburg. Auch wenn sich der Autor Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929) beim Schreiben auf einen mittelalterlichen Mysterienstoff bezog und die Geschichte des hartherzigen Jedermann weit in der Vergangenheit spielt, bleibt das Thema stets und für jeden Menschen aktuell: Wie würde heute eine Bilanz meines Lebens aussehen? Bin ich auf dem richtigen Weg? Oder ist es Zeit, die Richtung zu überdenken?

In Zeiten von Globalisierung, Skandalen in der Finanzwirtschaft und wachsender Kluft zwischen Arm und Reich ist jeder gefordert, Position zu beziehen, meint Peter Radestock, der den Jedermann für das Hessische Landestheater inszeniert.

Der Jedermann (Manfred Gorr) ignoriert die Ratschläge seiner Mutter, Mitleid zeigt er keins, er will lieber feiern. Beim Fest meldet sich das schlechte Gewissen, er fantasiert, der Tod will ihn abholen. Wer würde ihn auf seinem letzten Weg begleiten? Charaktereigenschaften treten als Figuren auf: Die Buhlschaft (Franziska Knetsch) und auch die reichen Freunde haben keine Lust, mit Jedermann vor Gott (Peter Radestock) zu treten, um Rechenschaft abzulegen. Als Jedermann seine Geldkiste mitnehmen will, weist ihn der Mammon (David Gerlach) darauf hin, dass nicht der Jedermann das Geld besitzt, sondern umgekehrt. Die (guten) Werke (Anne Berg) sind zwar willig, aber zu schwach. Der Glauben (Anne Margarete Greis) stärkt sie.

Die Premiere beginnt am Samstag um 20.30 Uhr. Weitere Vorstellungen am 19., 20., 22., 23., 29., 30. Juni, am 1. bis 4., vom 6. bis 8. sowie am 10. und 11. Juli.

von Christine Krauskopf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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