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Es brodelt unter der heiteren Oberfläche

Konzertverein Es brodelt unter der heiteren Oberfläche

Der Tenor und der Pianist zählen zu den Stammgästen des Marburger Konzertvereins. Bei ihrem fünften Auftritt seit 1995 wurden sie am Freitag in der Stadthalle wieder mit lang anhaltendem Beifall gefeiert.

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Der Tenor Christoph Prégardien und sein Partner am Klavier, Michael Gees.

Quelle: Fredy Haas

Marburg. Vereinfacht gesagt gibt es zwei Arten, Franz Schuberts 20-teiligen Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ zu singen und zu spielen: als distanzierter Betrachter oder indem man ohne wenn und aber in die Rolle des Ich-Erzählers schlüpft. Der Tenor Christoph Prégardien und sein Partner am Klavier, Michael Gees, entschieden sich für den zweiten Weg.

Und sie zeichneten dabei ein Porträt des jungen Müllersburschen, wie man es zuvor noch nie gehört hatte: Sein Schicksal erregte nicht nur Mitleid, sondern machte Angst. Der da von seiner unerfüllten Liebe zur schönen Müllerin singt, ist nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Das deutet sich bereits an im einleitenden „Das Wandern ist des Müllers Lust“: In anderen, auch hochkarätigen, Wiedergaben ein schlichtes Strophenlied, brodelt es bei Prégardien und Gees unter der heiteren Oberfläche, wenn es um die Räder geht, die „gar nicht stille stehn“, und die Steine, die „gar noch schneller sein“ wollen. Sie bergen auch Gefahr, machen die beiden Erzähler deutlich.

von Michael Arndt

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Pritausgabe der OP.

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