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Marburg „Champions League der Blasmusik“
Marburg „Champions League der Blasmusik“
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09:00 13.03.2018
„Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten“ gastierten im Marburger Erwin-­Piscator-Haus. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Das ist die Champions League der Blasmusik mit 42 Millionen verkauften Schallplatten“, lautete der Tenor nach dem 133-minütigen-Konzert, das unter dem Motto „Das ­Feuer brennt weiter“ stand. Seit mehr als 60 Jahren gibt es das von Ernst Mosch gegründete­ Orchester – und die Erfolgs-­Geschichte dauert an. Und das 19 Jahre nach dem Tod der Blasmusiklegende Mosch im Jahr 1999 .

850 Liebhaber der Volks- und Blasmusik waren im Erwin-Piscator-Haus in Marburg aus dem Häuschen. Restlos. Unter der schwungvollen Leitung ihres Chefs und Solisten Ernst Hutter liefen die Musiker zur Höchstform auf. Das Publikum – ob Jung oder Alt – waren vom typischen „Egerländer Sound“ des Orchesters begeistert. 19 Vollblutmusiker, Solisten und Sänger präsentierten ihren Fans Walzerstücke, spritzige Polkas,­ flotte Märsche und boten den Freunden egerländisch-bömi­scher Blasmusik fast drei Stunden lang ein mitreißendes Konzert.

Mit einem Medley der schönsten Egerländer-Evergreens, gesungen vom seit 15 Jahren erfolgreichen Duo Katharina Praher und Nick Loris, begann das Ensemble das musikalische Feuerwerk. Gefeiert wurde das Gesangsduo auch für Titel wie „Mondschein an der Eger“, „Drei weiße Birken“, „Erinnerungen an Zuhause“ oder „Das Feuer brennt weiter“. Schon vom ersten Takt an animierten die bekannten Melodien wie „Egerländer Musikantenmarsch“, „Rauschende Birken“, „Egerland - Heimatland“, „Bömischer Wind“ oder „Bis bald, auf Wiedersehn“ das bestens gelaunte „Ü50-Publikum“ zum Mitsingen und Mitklatschen. Mit ausgewogenem Klang und gekonnten Dynamikwechseln gelang es dem Orchester, auch altbekannte Blasmusikstücke frisch klingen zu lassen.

Die „Egerländer Musikanten“­ sind für Blasmusikfans ein ­Synonym für Qualität. Sie eilen auch unter Ernst Hutter von Erfolg zu Erfolg. Der 59-Jährige hat den harmonischen Klang mit samtenen Flügelhörnern und Tenorhörnern, knackigen und swingenden Trompeten und Posauen sowie quirligen Klarinetten weiter verfeinert. Der Orchesterchef stellt das virtuose Können seiner 19 Musiker mit vielen „alten Hasen“ und „jungen Wilden“ noch deutlicher heraus als einst Ernst Mosch.

Radiomann Edi Graf moderierte

Neben alten und weltbekannten Kompositionen von Ernst Mosch wie der „Rekrutenmarsch“ gaben neue Stück wie „Omama und Opapa“, „Am großen Brunnen“ oder „Egerländer Perle“ aus der Feder von Hans Kaszner und Nick Loris dem Abend eine weitere und besondere Würze. Begeisterungsstürme riefen alle Profi-Musiker – darunter auch zwei der drei Söhne von Ernst Hutter, Martin auf der Trompete und Stephan am Schlagzeug –, die ansonsten in großen Bigbands, in Sinfonie- und Polizeiorchestern oder auf Musical-Bühnen spielen, zudem mit ihrem „Memory an Ernst Mosch“ hervor.

Durch den Abend führte Edi Graf. Der Radiomann vom SWR4 unterhielt mit Geschichten und Witzen zwischen den Musikblöcken das meist ältere Publikum. Graf zählt seit Jahren zu den kompetentesten Fachleuten in Sachen Blasmusik.

Das Publikum dankte den Künstlern für einen gelungenen Konzertabend mit minutenlangen Ovationen. Nach den ­Zugaben „Wir sind Kinder von der Eger“ „Auf der Vogelwiese“, „Gedanken an Dich“ oder „Abschiedspolka“ feierte das Publikum das Orchester mit Standing Ovations, bevor es mit „Gute Nacht“ entlassen wurde.     

von Herbert Lenz