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Marburg Akustisch-visuelle Reise mit „Schiller“
Marburg Akustisch-visuelle Reise mit „Schiller“
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21:00 17.01.2018
„Schiller“ auf der Bühne des Erwin-Piscator-Hauses: Bandgründer Christoph von Deylen (Mitte) wird von Martin Roberts und dem Schlagzeuger Cliff Hewitt begleitet. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die letzten Alben „Schillers“, die eingängige Titel­ tragen wie „Leben“, „Sehnsucht“ oder „Atemlos“, landeten allesamt auf Platz eins der deutschen Charts. Seine Konzert-Vita liest sich beeindruckend: Auftritte in der ganzen Welt, unter anderem 2017 in Teheran. Laut Deutscher Presseagentur war er der erste westliche Musiker, der seit der Chomeini-Revolution 1978 in der Islamischen Republik Iran spielte.

Die letzte große Tour „Klangwelten“ wird nun fortgesetzt. Neben Spielstätten wie dem Dresdner Kulturpalast stand „Schiller“, wie von Deylen zu Beginn des Konzertes verriet, nun zum ersten Mal in Marburg auf der Bühne. Trotz seiner Popularität fanden dennoch nur 200 Fans den Weg ins Erwin-Piscator-Haus. Vielleicht waren die für Marburger Verhältnisse hohen Eintrittspreise von mehr als 60 Euro dafür verantwortlich.

Das Konzept der Show lässt sich mit dem eigenen Anspruch des Frontmanns beschreiben. Auf der offiziellen Homepage äußert sich von Deylen mit den Worten: „Ich möchte dich mitnehmen auf eine berauschende Reise aus Klängen und Bildern.

Die Show beansprucht die ­Ohren gleichermaßen wie die Augen des Publikums. Die akustische Kulisse, die elektronische Töne mit natürlichen Klängen wie dem Wasserplätschern und Rauschen der Bäume verschmelzen lässt, wird ergänzt durch eine visuelle. Über eine Leinwand flirren Schriftzüge wie „Sehnsucht“, „Tiefblau“ oder auch der Tour-Name „Klangwelten“.

Besinnliche Stücke mit mystischem Touch

Dazu erscheinen immer wieder Bilder von Landschaften und Stadtmonumenten, die die Reise optisch untermalen sollen. In basslastigen Sequenzen setzt zudem ein gleißendes Licht ein, das je nach Song und Sequenz variiert – lila, gelb oder grün. Schiller steht hinter einem opulenten Equipment, bestehend aus Mischpult und Synthesizern. Flankiert wird er von Schlagzeuger Cliff Hewiit und dem Gitarristen und Keyboarder Martin Roberts, die den Sound stark mitprägen.

„Schillers“ Klangwelten sind keine Tanzmusik. Das Publikum versinkt vielmehr in langen und zum großen Teil besinnlichen Stücken, deren Sound manchmal etwas Mystisches anhaftet. Vereinzelt wird der Kopf hin und her gewogen, manchmal ein verhaltenes Wippen. Die Stimmung im Publikum ist dennoch heiter, es scheint als lauscht an diesem Abend eine Fangemeinschaft, die ganz genau weiß, was sie erwartet. Die Fans feiern ihren Star stürmisch, der die Bühne nach gut zwei Stunden ohne Zugabe verlässt.

von Lukas Rameil