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Marburg Marburger Semesterticket gilt auch für ICEs
Marburg Marburger Semesterticket gilt auch für ICEs
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16:18 23.10.2018
Das Marburger Semesterticket ist auch für ICEs zwischen Kassel und Heidelberg gültig. Quelle: dpa
Marburg

Mit der Umstellung der „Marburger“ IC/EC-Linie 26 (Stralsund-Hamburg-Kassel-Marburg-Frankfurt-Heidelberg-Karlsruhe) auf Züge der höheren Produktkategorie ICE zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wurde eine Anpassung des noch bis Sommersemester 2019 laufenden IC/EC-Vertrags notwendig, da dieser eine ICE-Nutzung explizit ausschließt.

„Wenn wir nicht neu verhandelt hätten, wäre zum Fahrplanwechsel nur noch etwa ein IC/EC- Zugpaar pro Tag in Marburg mit dem Semesterticket nutzbar gewesen“, informiert AStA-Verkehrsreferent Lukas Ramsaier. Deshalb wurde nun - seit der Bekanntgabe der Umstellung im Juni - in mehreren Monaten intensiver Verhandlungen mit der DB Fernverkehr AG ein „1. Nachtrag“ zum bisherigen Vertrag ausgehandelt, welcher auch das bisherige Laufzeit-Ende aufhebt.

Keine ICE-Nutzung für Kassel-Göttingen 

Das 53. Marburger Studentenparlament hat sich in seiner Sitzung vom 27. September bei nur einer Gegenstimme für die Annahme dieses 1. Nachtrags entschieden. Das bedeutet: Der ICE auf der Linie 26 (Kassel-Willh. - Treysa – Marburg – Gießen – Frankfurt (M. ) - Darmstadt–Weinheim-Heidelberg) ist ab seiner Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember mit dem Marburger Semesterticket nutzbar. Nicht nutzbar sein wird der ICE leider auf dem Abschnitt Göttingen – Kassel-Wh. Die DB Fernverkehr ließ hier nicht mit sich verhandeln und begründete dies mit Kapazitätsengpässen auf dem Streckenabschnitt.

Lukas Ramsaier: „Wir haben bis zuletzt um den Abschnitt Göttingen- Kassel gekämpft. Leider war die Bahn hiervon aber nicht abzubringen. Immerhin konnten wir aber erfolgreich nachverhandeln, dass das Semesterticket im IC/EC bis Göttingen gültig bleibt.

Dies ermöglicht insbesondere zu den studentischen Pendlerzeiten freitags und sonntags noch ein paar Verbindungen
Alle bisherigen IC/EC-Strecken bleiben erhalten. Das Marburger Semesterticket gilt also weiterhin bis zum ersten IC/EC- Bahnhof außerhalb Hessens. Neu dazu verhandelt werden konnte eine IC-Verbindung nach Siegen, die voraussichtlich im Jahre 2020 in Betrieb geht.

Mit dem ICE auch nach Siegen

„Mit der neuen IC-Verbindung nach Siegen schaffen wir langfristig Planungssicherheit für Studis, die in Richtung NRW pendeln. Wir hoffen dass die DB diese neue IC-Linie von Frankfurt über Wetzlar nach Siegen und weiter gen NRW schnellstmöglich in Betrieb nimmt“, so Ramsaier.

Der Preis für das jetzige Wintersemester bleibt trotz der Produktumstellung von IC/EC auf ICEs unangetastet. Im Sommersemster beträgt der Fernverkehrsanteil dann statt bisher 50 Euro neu 56,50€ Euro, ab Wintersemster 2019/2020 dann 57,50 Euro.

"Eine Ablehnung des Nachtrags würde dazu führen, dass wir aller Voraussicht nach nie wieder die Chance einer
Fernverkehrsnutzung erhalten würden. Solch ein Schritt sollte also wohl überlegt sein. Dafür stand aber leider aufgrund der späten Ankündigung der Umstellung seitens der DB nicht genügend Zeit zur Verfügung. Aber: Auch wenn uns die Preiserhöhung natürlich betrüblich stimmt.

Wir haben im Vertrag sehr viele positive Dinge für uns durchsetzen können – wie eine flexibleres Kündigungsrecht oder eine Preisreduktion bei wegfallenden ICE-Verbindungen. Und generell ist es natürlich auch eine schöne und einmalige Sache in Deutschland, überhaupt einen ICE mit dem Semesterticket nutzen zu können“, meint Verkehrsreferent Lukas Ramsaier.

Bei der letzten „Mobilitätsumfrage“ des Verkehrsreferats war die Zustimmung der Studis zum Fernverkehrs-Anteil des Semestertickets außerordentlich groß. Der Plan ist es nun eine erneute Mobilitätsstudie durchzuführen, deren Ergebnisse Einfluss auf den zukünftigen Umgang mit dem Fernverkehrsanteil haben soll.

Die Möglichkeit einer Urabstimmung wird derweil ebenfalls geprüft. „Die Preiserhöhung ist natürlich nicht ohne. Das ist uns durchaus bewusst! Deshalb wollen wir auch schnellstmöglich eine Rückmeldung der Studis über die Mobilitätsstudie einholen, sodass wir entweder Rückendeckung für unsere Entscheidung bekommen oder eben auf eine negative Stimmung gg. dem Fernverkehr reagieren“, sagt AStA-Vorstand Fabian
Rocke.

„Das Ticket stellt aber nach wie vor eine preiswerte Möglichkeit dar, um das nachhaltige
Verkehrsmittel Bahn zu nutzen – und das in einem sehr großen Geltungsgebiet." Schon eine
einmalige Fahrt , beispielsweise hin und zurück an Weihnachten, sei teurer als der Semesterbeitrag, gibt Sophie Frühwald vom AStA-Vorstand zu Bedenken.

Mehr Infos zur Diskussion über die Diskussionen über die ICE-Nutzung.