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Marburg Erfolg ist eine Sache der Qualität
Marburg Erfolg ist eine Sache der Qualität
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19:30 14.03.2012
Ernst Hutter (rechts) und seine Egerländer treten am Sonntag in Marburg auf. Quelle: Veranstalter

OP: Sie sind am 18. März während der großen Europa-Tournee unter dem Motto „Lebensfreude – 10 Jahre Ernst Hutter & die Egerländer Musikanten“ in der Marburger Stadthalle zu Gast. Auf was dürfen sich die Fans freuen?

Ernst Hutter: Wir haben unsere Lebensfreude-Tournee verlängert. Sie läuft sehr erfolgreich. Wahrscheinlich liegt es am Wort Lebensfreude und am Programm. Zu erwarten haben die Menschen ein Egerländer-Konzert, wie sie es alle kennen.

OP: Im März 2009 gastierten Sie zuletzt einmal in Marburg. Welche Erinnerungen haben Sie an das Konzert und an diese Stadt?

Hutter: Ich kenne die Stadt schon sehr lange. An dieses Konzert habe ich sehr gute Erinnerungen. Das Publikum hat uns gefeiert. In der Stadthalle herrscht immer eine Atmosphäre wie in einem sehr großen Theater.

OP: „Die Egerländer Musikanten“ sind eines der bekanntesten Blasmusikensembles der Welt. Wie erklären Sie sich den Erfolg.

Hutter: Wenn etwas so lange erfolgreich ist, liegt es vor allem an der Qualität des Produktes. Was man mit den Egerländern in Verbindung bringt, ist die sehr hohe Qualität der Darbietung und die Zeitlosigkeit unserer Musik.

OP: Ausverkaufte Konzerthäuser von München bis Luzern, von der Nordsee bis ins Allgäu, sowie TV-Produktionen begeistern Tausende von Zuschauern. Was ist das Erfolgsrezept?

Hutter: Die Musik, die wir seit 55 Jahren spielen, hat eine große Tradition. Die Menschen erwarten von uns große Melodien, die ihnen ins Herz und in die Ohren gehen. Wenn sie nach dem Konzert nach Hause gehen, pfeifen sie unsere Melodien.

OP: Hat die Blasmusik von Anfang an zu Ihrem Leben gehört?

Hutter:  Ich wollte Journalist werden oder Musiker. Die Musik hat sich dann in den Vordergrund gedrängt. Ich habe als Jugendlicher sehr aktiv Musik gemacht und mit bin mit Blasmusik aber auch mit klassischer Musik und Jazz aufgewachsen. Dann habe ich Musik studiert und Ernst Mosch hat mich für sein Ensemble engagiert.

OP: Ernst Mosch sagte einst über seine Egerländer: „Ohne sie hätten wir den Jahrzehnte andauernden Erfolg nicht geschafft.“ Wie war Ernst Mosch als Mensch?

Hutter: Er war ein sehr liebenswürdiger Mensch mit Ecken und Kanten. So muss man auch sein, wenn man so erfolgreich arbeiten möchte. Er hat das sehr gut vereinbart, auch mit seiner Art eines väterlichen Patriarchen, der seine Interessen knallhart durchsetzt. Und man konnte sich immer auf ihn verlassen. Immer. 

OP: Sie sind 1985 als Entdeckung von Ernst Mosch zu den „Egerländern“ gekommen und spielten bis zu seinem Tod Tenorhorn. Wie war Ernst Mosch als Dirigent?

Hutter: Er war ein naturbegabter Musiker, der im besten Sinne die Musik gefühlt hat. Er war kein Musiker, der über ein immenses musikalisches Wissen verfügte, sondern hatte ein absolut geniales Bauchgefühl. Er wusste genau, wie er seine Musik interpretieren wollte. Auf der Bühne ging er wie ein Dompteur mit uns Musikern um. Das war für uns nichts Außergewöhnliches.  

OP: Seit elf Jahren führen sie die Musiker auf den Spuren von Ernst Mosch. Was zeichnet Sie und Ihre Musiker besonders aus?

Hutter: Ich denke schon, dass ich ein würdiger Nachfolger von ihm bin. Ich weiß genau, was ich zu tun habe, weil ich dies auch von ihm gelernt habe. In den letzten elf Jahren haben die Menschen mich als Musiker richtig kennengelernt. Mit meinen Musikern baue ich eine sehr große Solidarität auf.  

OP: Sie treten in allen Hallen dieser Welt auf. Unter anderem waren Sie auch in New York. Was war die bisher größte Kulisse, vor der Sie aufgetreten sind?

Hutter: Die größte Kulisse unter meiner Leitung war das Konzert in Kempten in der Bigbox vor über 3.000 Menschen. Im Konzert in der Carnegie Hall in New York im September 2006 saßen 1.600 Menschen.

In diesem historischen Umfeld zu spielen, war das beeindruckendste Erlebnis neben dem Open-Air in Eger im vergangenen Jahr. Wichtig ist aber nicht die Größe eines Publikums, sondern die Intensivität, die dort entsteht.

von Herbert Lenz