Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Epische Songperlen zum Glücklichsein

Konzert Epische Songperlen zum Glücklichsein

So schön wie ein ganzes Orchester: „Dear Reader“ aus Südafrika begeisterten am Dienstagabend im KFZ mit hinreißendem Indie-Pop, der tief in der Seele berührt.

Voriger Artikel
Siemens steigt auch in Kiel bei Partikeltherapie aus
Nächster Artikel
Neustart für das Regionalmanagement

Sie ist der kluge Kopf von „Dear Reader“: Sängerin Cherilyn MacNeil macht aus emotionalen Texten und einer wilden Mischung diverser Instrumente wohlarrangierten Indie-Pop.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Diese Band hätte mehr verdient. Nur 90 Besucher stehen da, blicken fasziniert gen Bühne. Schließen die Augen, wippen im Takt und lächeln. Nur 90 Besucher erleben ein wahrlich einzigartiges Konzert. Nur 90 Menschen haben das Glück, an einem multiinstrumentalen Musik-Erlebnis teilzuhaben: „Dear Reader“ aus Südafrika sind zu Gast im Kfz und beglücken ihre wenigen Zuhörer mit emotionsgeladenem, intelligentem Indie-Pop.

Der Jazzbesen streichelt über das Becken. Sanft schmiegen sich Violine und Gitarre aneinander, die zarte Stimme von Sängerin Cherilyn MacNeil erzählt von Trauer, Angst und Schmerz. „I ached myself awake“, singt sie, dunkle Pianotränen tropfen traurig hinzu.

„Dear Reader“ gehen mit ihrer Musik in die Tiefe, berühren Herzen. Dabei deckt die internationale Kombo rund um die aus Südafrika stammende Sängerin das gesamte Gefühlsspektrum ab. Nicht alles ist so melancholisch wie im Titel „Fox“.

Die junge Band spannt gekonnt einen Bogen aus himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

Die Drums galoppieren mit einer rumpelnden Gitarre um die Wette. Der Bass donnert hinterher, Akkordeon, Piano und Trompete stimmen ein Gewitter der Leidenschaft an. Klingt melodramatisch – und ist es auch. Doch so orchestral die fünfköpfige Kombo auch daherkommt, ihre Songs sind nie überladen, sondern stets wohlarrangiert. Untermauert werden die epischen Songperlen von MacNeils poetischen Texten, die sich klug mit Liebe, Einsamkeit und Verzweiflung auseinandersetzen.

„Dear Reader“ machen traurig. „Dear Reader“ stimmen nachdenklich. „Dear Reader” machen glücklich. Selbst schuld, wer das am Dienstag nicht miterlebt hat.

von Nadine Weigel

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten OP und bereits am Donnerstagabend auf Ihrem iPad.

Voriger Artikel
Nächster Artikel