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Entspannte Musik wie ein sonniger Sonntagmorgen

Ivan Santos in der Waggonhalle Entspannte Musik wie ein sonniger Sonntagmorgen

Im Rahmen der Semana Latina, die noch bis zum Freitag mit verschiedenen musikalischen und kulturellen Programmpunkten aufwartet, gastierte am Samstag der Brasilianer Ivan Santos in der Waggonhalle.

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Der brasilianische Grammy-Gewinner Ivan Santos zauberte ein Lächeln in die Gesichter der Konzertbesucher.Foto: Gerstenmaier

Marburg. Wie ein sonniger Sonntagmorgen vor einem Tag ohne Termine, so klingt die Musik des Brasilianers Ivan Santos. Eine ruhige, warme Stimme, kombiniert mit abwechslungsreichen Rhythmen und dem weichen Klang der portugiesischen Sprache.

Unterstützt von drei weiteren Musikern an Bass, Schlagzeug und Percussion, Querflöte, Keyboard und Gitarre, transportierte Santos einen Klang, der die Gedanken schweifen ließ und gleichzeitig kaum einen der Besucher auf seinem Sitzplatz hielt. Kaum eine halbe Stunde war vergangen, bis sich die Mehrzahl der rund 70 Besucher des Konzerts auf der Tanzfläche an verschiedenen Tanzschritten und Hüftschwüngen ausprobierte.

Mit seiner Mischung aus urbaner Popmusik, angereichert mit Reggae, Funk, Blues und R&B, gepaart mit regionalen Einflüssen seiner nordost-brasilianischen Heimat, vertritt Ivan Santos ein Genre, das sich am ehesten als Worldpop bezeichnen lässt. In jedem seiner Stücke hielt er kleine Überraschungen bereit: mal eine gepfiffene Sequenz, mal ein unvorhergesehener Rhythmuswechsel.

In der Musikszene wird der Musiker, der seit über 15 Jahren in Frankfurt lebt, als ewiger Geheimtipp bezeichnet. 2005 hatte Santos einen Grammy für „das beste brasilianische Lied in portugiesischer Sprache gewonnen“, 2010 war seine zweite CD „Grampeado“ erschienen.

Schon lange wollte er mal in Marburg auftreten, nun habe es endlich geklappt, erzählte der Musiker während des Konzerts seinem Publikum. Die Besucher schwärmten nach dem Konzert von der guten Stimmung, der abwechslungsreichen, erfrischenden Musik und dem „Jucken in den Beinen“.

Organisator Kleeb: Für jeden soll etwas dabei sein

„Ich freue mich sehr, dass wir diese aktuelle brasilianische Musik hier haben“, sagte Jean Kleeb, Organisator der lateinamerikanischen Woche und selbst gebürtiger Brasilianer. „Hauptsache ist, dass die Leute merken: In Lateinamerika lebt noch eine andere Leichtigkeit in der Musik.“ Er selbst kennt den Musiker schon lange und hatte alles darangesetzt, ihn nach Marburg zu holen. Für Kleeb stellen Santos und der Film „Raising Resistence“, der am Montag im Capitol gezeigt wurde, die Höhepunkte der Woche dar.

Am Freitagabend war die Semana Latina mit einem Flamencokonzert der Gruppe Bandaluz gestartet. Das Konzert war mit circa 80 Besuchern gut besucht, der Auftakt „so schön, wie man ihn sich nur vorstellen kann“, so Kleeb. Allerdings sei das Publikum am Freitag ein ganz anderes gewesen, als das am Samstag oder am Sonntag, an dem auf dem Waggonhallengelände ein Kinderfest stattgefunden hatte.

Und das sei auch eines der erklärten Ziele der Woche: sie soll für jeden etwas bieten. Damit verbunden: „Wir versuchen jedes Jahr, Künstler und Musiker hierher zu holen, die eine gute Mischung repräsentieren, fernab der romantischen Verklärungen in den Köpfen“, so Kleeb. Außerdem sollen Vorurteile abgebaut und Barrieren, auch sprachliche, überwunden werden.

In diesem sechsten Jahr der Semana Latina wurde ein Verein gegründet, dem Kleeb als 1. Vorsitzender vorsteht, um die Mischung aus Film, Kunst, Musik und kulinarischen Genüssen Südamerikas noch besser repräsentieren zu können.

von Kristina Gerstenmaier

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