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Eisbrecher erobern den Schiffenberg

Mittelalterfestival in Gießen Eisbrecher erobern den Schiffenberg

Samstagabend gegen 22.30 Uhr. Das zweitägige „Schiffenberger Mittelalterfestival“ nähert sich dem letzten Konzert und damit gleichzeitig seinem Höhepunkt.

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„Spielbann“ (oben) mit Sängerin Nic und Gitarrist Spyke bekamen reichlich Applaus. Höhepunkt des Festivals aber war die Band „Eisbrecher“ mit Sänger Alex Wesselsky (links).Fotos: Stephan Scholz

Gießen. Im Klosterhof haben sich am späten Abend etwa 1000 Fans versammelt und warten. Nebelschwaden wabern durch die Szenerie und die Spannung steigt im Publikumsraum. Bis das Eis dann endlich bricht.

Mit anderen Worten: „Eisbrecher“ sind da. Um es mal so zu sagen: Jetzt geht es hier richtig ab und es gibt ordentlich was auf die Ohren. Knallharte Gitarrenklänge und wahre Schlagzeuggewitter machen die Nacht zum Tag.

Dazu die raue Stimme von Sänger Alexander „Alex“ Wesselsky - die fast durchweg schwarz gekleideten Fans, die in der überwiegenden Mehrzahl sicherlich der Mittelalter- und Gothic-Szene angehören, sind verzückt.

Klar, das liegt in erster Linie an der Musik, die bei aller Vorsicht im Umgang mit Genrezuordnungen vielleicht am ehesten zur „Neuen Deutschen Härte“ gerechnet werden muss. Im Verlauf ihrer etwa zehnjährigen Geschichte hat die Band mit ihren Sounds ein ums andere Mal die deutschen Charts geentert, und neben Songs wie „Herz aus Eis“ vom aktuellen Album „Die Hölle muss warten“ hatte die Formation am Samstag auch alte Titel im Gepäck. Zu hören waren beispielsweise die Lieder „Leider“ von der CD „Antikörper“ oder „Willkommen im Nichts“ vom Silberling „Eisbrecher“.

Doch die Musik allein war sicher nicht der einzige Grund der samstäglichen Fanbegeisterung. Und wer nun glaubt, bei aller tönernen Härte gehe es nicht humorvoll zu beim Auftritt der Band, die von Wesselsky und dem Gitarristen Jochen „Noel Pix“ Seibert gegründet wurde, der irrt. Beim Gespräch mit den Fans zwischen den Liedern bringt der Sänger reichlich Charme und Witz auf die Bühne. Immer wieder sucht er den direkten Kontakt. Ein Beispiel? Gemeinsam mit dem Publikum stimmt der Augsburger zwischendurch mal eben „Erbarmen - zu spät, die Hesse komme!“ an, was ganz augenscheinlich Musikern und Zuhörerschaft reichlich Spaß macht.

Danach heißt es noch mal kurz durchatmen bevor es weiter geht mit den knallharten Eisbrecher-Sounds, die am Samstag richtig Laune gemacht haben. Kurzum, ein würdiger Abschluss des Festivals, das schon am frühen Freitagabend gestartet war und zahlreiche Camper auf den Gießener Hausberg geführt hatte. Insgesamt zwölf Bands gaben sich dabei mit Konzerten die Ehre.

Die bekannteste dürfte neben Eisbrecher die Folkrock-Formation „Fiddler´s Green“ sein, die ebenfalls am Samstagabend zu hören war. Im Laufe des Programms waren davor Gruppen wie „Dunkelschön“ oder „Suidakra“ aufgetreten.

Für gute Laune hatte am Samstagnachmittag beispielsweise auch die Formation „Spielbann“ gesorgt, die Lieder wie „Erwachet“ von ihrer CD „Seelenfänger“ präsentierten und reichlich Applaus bekamen. Auf einen Nenner gebracht: Insgesamt kann man von einem rundum gelungenen Festival sprechen, zu dem rund 1600 Gäste kamen.

von Stephan Scholz

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