Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Einmal quer durch die Musikgeschichte

St. Marien Einmal quer durch die Musikgeschichte

Musik für eine große Kirche: Die Kurhessische Kantorei singt am Sonntag in der Lutherischen Pfarrkirche. „Eine Reise zu den Polen des Glaubens und des musikalischen Ausdrucks“ verspricht Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum den Zuhörern. Wie Körper und Kirche zum „Klangraum“ werden, erklärt er der OP.

Voriger Artikel
Rückkehr mit ganz viel Kunst
Nächster Artikel
Auffahrt zur B 3a wird gesperrt

Seit Ostern probt Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum mit den Sängerinnen und Sängern der Kurhessischen Kantorei für den Auftritt am Sonntag.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Musik für eine große Kirche“ ist das Motto des Konzerts am kommenden Sonntag ab 17 Uhr. Die große Kirche ist in diesem Fall die Lutherische Pfarrkirche St. Marien.

Und die Musik, die darin zu hören sein wird, stammt von Bach, Brahms und Mendelssohn ebenso wie von Gardonyi, Widor oder Jennefelt, auf den der Titel des Konzerts zurückgeht. Es sei bewusst eine Mischung aus bekannteren und weniger bekannten Stücken, sagt Uwe Maibaum.

Auch was die Zeit angeht, aus der die Kompositionen stammen, ist das Programm spannungsreich: Barock und Romantik, große französische Orgelmusik und moderne skandinavische Gesangskunst – „einmal quer durch die Musikgeschichte“, konstatiert Maibaum. Und den Anfang macht eine katholische Messe. Im Mittelpunkt stehe die Idee, mit dem Raum zu experimentieren, so der Landeskirchenmusikdirektor. Wenn es um das Stichwort „Raumerfahrung“ gehe, sei sowohl die Kirche wie auch der menschliche Körper als „Klangraum“ gemeint. Und nicht umsonst habe das lateinische Wort für singen, „cantare“, denselben Wortstamm wie die Bezeichnung „incantare“, die so viel heißt wie beschwören oder verzaubern: „Der Gesang ist eine ganz besondere Ausdrucksform, man kann als Sänger nicht lügen“, so Maibaum.

Wenn man dann wie in einem der Stücke nur Vokale musiziere, dann bedeute das „die Wahrhaftigkeit überhaupt“ und für die Zuhörer eine „Klangwolke“.

Neben dieser Wolke gibt es auch gewissermaßen „traditionelle“ Choräle zu hören, die von ihrem Klang her im Kirchenraum weniger fliegen denn stehen, wie der Leiter der Kurhessischen Kantorei erklärt. Diese verschiedenen Pole reizen ihn. Das Programm sei zugespitzt auf den Römerbrief, in dem es um Gottes Geist geht. Nicht umsonst findet das Konzert übrigens gerade am Reformationstag – und gerade in dieser Kirche statt: Vor diesem Hintergrund war der Kirchenraum von St. Marien ein wichtiger historischer Schauplatz, erläutert Uwe Maibaum. Luthers protestantischer Aufbruch sei seit Jahrhunderten ein Thema theologischer Debatten – und für die Kantorei ein guter Grund, zu singen.

Nach Ostern hat der Chor mit den Vorbereitungen auf dieses Konzert begonnen – in einer Art und Weise, wie es sonst eher unüblich ist, so der Leiter: „Wir haben viel individuelle Stimmbildung gemacht“. Parallel haben die gut 80 Sängerinnen und Sänger auch schon Teile des „Messias“ geprobt, der am vierten Advent zur Aufführung kommen wird.

Wer Lust hat, mit der Kurhessischen Kantorei zu musizieren, ist jeden Mittwochabend ab 19.30 Uhr zu den Proben ins Melanchthon-Haus (Lutherischer Kirchhof) eingeladen. Wie bei den meisten Chören sind vor allem Männerstimmen gesucht, sagt Uwe Maibaum.

Das Konzert beginnt am Sonntag, 31. Oktober, um 17 Uhr. Eine Stunde vor Konzertbeginn findet eine Einführung im Kerner am Lutherischen Kirchhof statt.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel