Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Eine strahlende Sängerin mit großer Stimme

Bonita Hyman Eine strahlende Sängerin mit großer Stimme

Klassische Musik von afroamerikanischen Komponisten hört man sehr selten. Im ersten Teil Konzertabends am Samstag in der Musikschule stammten diese Werke auch noch von weiblichen Komponisten. Ein wahrer Schatz - wie auch die Sängerin Bonita Hyman.

Voriger Artikel
Der Beifall will kein Ende nehmen
Nächster Artikel
Vorverkauf für Marburger Theatersommer beginnt

Bonita Hyman mit ihrem Marburger Klavierbegleiter Gunther Friedrich.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Mitte der 90er kam Bonita Hyman mit ihrem Ehemann Paul Bowman für ein Engagement am Stadttheater nach Gießen und da ist sie auch geblieben. Als Musiklehrerin an Musikschulen in Gießen und Buseck und mit ihrem Engagement in Strawinskys „The Rake’s Progress“ an der Deutschen Oper in Düsseldorf müsste sie eigentlich ausgelastet sein. Als aber der Leiter der Marburger Musikschule Knut Kramer sie vor einigen Monaten zum ersten Mal hörte und sie um ein Konzert in seiner Schule bat, kam sie seinem Wunsch sehr gerne nach. Zusammen mit dem Marburger Musiklehrer Gunther Friedrich als Klavierbegleitung präsentierte sie einen außergewöhnlichen Abend.

Bereits bei den ersten Tönen beeindruckte Bonita Hyman mit ihrer warmen und kraftvollen Stimme. Besonders in hohen Stimmlagen erfüllte ihre Stimme den ganzen Saal. Es war klar: Diese Frau hat eine Stimme, die unter die Haut geht. Dazu strahlte sie mit ihrem glitzernden Haarreif um die Wette, den sie auf ihr raspelkurzes Haar gesteckt hatte. Zu jedem Lied gab sie eine kleine Einführung. Sie erzählte, dass das Gedicht „Hold Fast to Dreams“ von Langston Hughes später Martin Luther King zu dessen berühmter Rede inspirierte. Florence Price (1887-1953), die dieses und weitere Gedichte Hughes‘ vertonte, war die erste erfolgreiche afroamerikanische Komponistin klassischer Musik. Bei den kreolischen Volksliedern von Camille Nickerson (1888-1982) waren die Erklärungen sehr hilfreich. Aber auch so transportierte Bonita Hyman die Botschaft. Das Wiegenlied „Fais do do“ sang sie sehr mütterlich; der Inhalt ist jedoch weniger beruhigend: Schlafe mein süßes Kind oder Schafe werden dich fressen und wenn nicht kommt ein böser Wolf.

Im zweiten Teil des Abends wurden Spirituals dargeboten. Bei „Plenty Good Room“ fehlte nur noch ein Gospelchor, um das Bild perfekt zu machen.

Als Zugabe hätten sich viele „Summertime“ aus George Gershwins „Porgy and Bess“ gewünscht. Bonita Hyman hat immerhin bereits viermal in diesem Stück mitgespielt. Vielleicht klappt das ja beim nächsten Mal.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel