Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Eine Körperlichkeit, die man berühren möchte

Neue Ausstellung Eine Körperlichkeit, die man berühren möchte

Ganz unterschiedliche Arbeiten sind seit Freitag in der Galerie Schmalfuss zu sehen: Silbrig glänzende abstrakte Skulpturen von Carlo Borer und wuchtige Gemälde von Hans-Hendrik Grimmling.

Voriger Artikel
Eine Familie singt für Familien
Nächster Artikel
Alles ist käuflich, nichts ist heilig

„Samtenes Grimmling-Schwarz“ und fast transparent wirkender Edelstahl in der Kombination.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. Hans Hendrik Grimmling ist in Marburg kein Unbekannter, seine Arbeiten waren bereits mehrfach in der Galerie Schmalfuss und im Kunstverein zu sehen. Der Maler, der in der DDR Ausstellungsverbot hatte, bleibt in seinen zum Teil sehr großformatigen Bildern zwar im Figürlichen, bildet seine Motive aber aufs Wesentliche reduziert, mit wuchtigem Strich und nah an der Abstraktion ab. Fast immer sind Körperformen zu erkennen, oft Hände, die ebenso zupacken wie der Strich des Künstlers.

Die meisten Arbeiten sind jüngeren Datums, das „samtene Grimmling-Schwarz“ sei nicht so oft zu finden, sagte Schmalfuss. Dafür klare, gerade im Kontrast zu den starken schwarzen Linien leuchtende Farben, die die floralen Elemente zum Leuchten bringen. Eine starke Körperlichkeit strahlen diese Bilder aus, auch wenn es nur Teile der Körper sind, die abgebildet werden. Und auch das samtene Schwarz, das auf einigen Bildern zu finden ist, hat eine Körperlichkeit, die man berühren möchte. Ganz anders die Skulpturen von Carlo Borer, ihre kühle Perfektion möchte man keinesfalls mit Fingerabdrücken verunglimpfen. „Cloud“, also Wolke, heißen viele von ihnen, und die runden Formen erinnern durchaus an Wolkengebilde. Einerseits scheinen sie vollkommen sich selbst zu genügen, wie sie futuristisch und schimmernd im Raum stehen und an der Wand hängen, andererseits spiegeln sie die Betrachter und den Raum vielfach und beziehen beides in ihren Ausdruck ein. „Der Raum wird umfasst und bewegt“, sagte Schmalfuss, der auch das handwerkliche Können des Künstlers als herausragend hervorhob: Die Arbeiten bestehen aus massivem Edelstahl, der gehämmert, zusammengeschweißt und so lange poliert wird, bis er fast transparent wirkt.

„Bild - Gedächtnis - Projektion“ ist bis zum 8. Dezember in der Galerie Schmalfuss, Steinweg 33, zu sehen. Geöffnet ist sie Dienstag bis Freitag, 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr.

von Heike Döhn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg