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Marburg Eine Heimstatt für das Fantastische
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18:36 17.08.2012
Am Goethehaus soll das Romantikmuseum angebaut werden. Foto: Freies Deutsches Hochstift Frankfurt
Frankfurt

Verfallene Schlösser, idyllische Landschaften oder schaurige Alpträume. Keine Frage, wer sich mit der Literatur der deutschen Romantik zwischen 1790 und 1850 befasst, stößt immer wieder auf das Fantastische. Höchst real sind dagegen die Pläne, am Frankfurter Goethehaus ein Romantikmuseum zu errichten. Es soll in den nächsten Jahren entstehen und insgesamt 16 Millionen Euro kosten. Ist eine Konkurrenz zum Marburger Haus der Romantik zu fürchten?

Keineswegs, denn anders als die heimische Institution, die auf die Frühromantik und den Marburger Romantischen Freundeskreis fokussiert ist, wird in Frankfurt ein Museum mit Blick auf die gesamte literarische Epoche eingerichtet. Geplant ist eine Vierviertel-Finanzierung mit als politisch weitgehend gesichert geltenden Mitteln von Bund, Land und Stadt sowie Geldern, die das Freie Deutsche Hochstift als Betreiber bei Privatleuten und Stiftungen einwerben wird.

Und gerade ist der Zeitpunkt günstig, denn mit dem Auszug des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des Volkstheaters steht der an das Goethehaus angrenzende Gebäudekomplex leer. Er soll abgerissen werden. Dadurch entsteht ein freier Zugang zum Elternhaus Goethes, was die Baumaßnahmen wie den geplanten Anbau mit insgesamt 600 weiteren Quadratmetern Ausstellungsfläche und die Veränderung des Zugangs zum Goethehaus, der bisher nur auf Umwegen zu erreichen ist, überhaupt erst möglich macht.

Warum soll gerade in der Mainmetropole ein Romantikmuseum entstehen? „Hier befindet sich das deutschlandweit größte Romantik-Archiv mit der größten Zahl unterschiedlicher Dichter. Bislang ist das nur in der Forschung bekannt“, sagt Dr. Joachim Seng, Leiter der Bib-liothek des Freien Deutschen Hochstiftes im Goethehaus.

Um sich von den in Weimar im 19. Jahrhundert erblühenden Goethe-Gedenkstätten abzuheben, habe das Hochstift bereits frühzeitig begonnen, romantische Literatur zu sammeln. Längst verfügt das Haus, in dem sich auch bildende Kunst der Epoche etwa von Caspar David Friedrich findet, über einen beachtlichen Bestand. Neben Texten aus der Feder der Brentanos umfasst er beispielsweise auch Schriften Joseph von Eichendorffs oder E.T.A. Hoffmanns.

Und die Handschriftenabteilung wird noch immer durch Zukäufe erweitert, ist der Öffentlichkeit bislang jedoch nicht frei zugänglich. Das soll sich mit dem neuen Museum in Teilen ändern. Wie das neue Haus aussehen wird? Hochstiftdirektorin Professorin Anne Bohnenkamp-Renken hat bereits konkrete Vorstellungen. Die Galerie des im Goethehaus untergebrachten Goethe-Museums, in der Besucher eine Vielfalt an Gemälden aus der Goethezeit zwischen 1750 und 1850 sehen können, soll erhalten bleiben und mit einem anders gearteten Museum in Dialog treten.

Es wird die Literatur in den Mittelpunkt stellen. Und neben der Präsentation von Handschriften wünscht sich die Direktorin etwa die aktive Einbindung von Besuchern oder den neuen Medien wie beispielsweise im „Poetry Film“, der Gedichte in bewegte Bilder umsetzt.

von Stephan Scholz

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