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Eine Frau opfert ihrem Mann ihr Talent

Szenische Lesung zu Veza Canetti Eine Frau opfert ihrem Mann ihr Talent

22 Jahre jung ist Viktoria Hahn. Am Hessischen Landestheater ist am Donnerstag ab 20 Uhr in der Black Box ihre erste Theaterproduktion zu sehen: „Das Leben hat mich zur Heldin gemacht“, lautet der Titel einer szenischen Lesung über Veza Canetti.

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Franziska Knetsch (von links), Viktoria Hahn und Dr. Christine Tretow stellen Veza Canetti vor.Foto: Uwe Badouin

Marburg. Viktoria Hahn will damit auf das weitgehend unbekannte literarische Werk der Frau des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti aufmerksam machen. Unterstützt wird sie von der stellvertretenden Intendantin des Landestheaters, Dr. Christine Tretow, und den Ensemblemitgliedern Franziska Knetsch und Martin Maecker.

Viktoria Hahn absolviert zur Zeit ein Freiwilliges soziales Jahr am Landestheater. Sie sei sehr dankbar, dass sie die Chance habe, eine szenische Lesung zu inszenieren, sagte sie gestern im Gespräch mit der OP.

Viktoria Hahn hat an der Philipps-Universität Germanistik studiert und ihre Bachelor-Arbeit über die hochbegabte Autorin verfasst, die mit ihrem Mann vor den Nazis nach London floh und danach ihre eigene literarische Karriere zugunsten der ihres Mannes opferte. „Wie so viele Frauen dieser Zeit, blieb sie im Schatten ihres berühmten Mannes“, betont Tretow, die Viktoria Hahn als Mentorin unterstützt.

Die szenische Lesung mit Werken der nahezu unbekannten Autorin sei ein Wagnis, das das Theater ganz bewusst eingehe. Es habe schließlich auch einen Bildungsauftrag. Zudem könne man unbekannte „Preziosen der Literaturgeschichte“ entdecken.

Viktoria Hahn will die „gebildete und kluge Frau“, die 1963 in London im Alter von 65 Jahren vermutlich Selbstmord beging, als Menschen auferstehen lassen und die Zuhörer neugierig auf ihre Werke machen.

von Uwe Badouin

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